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Medizin

Pferdeallergie: Curly Horses vermutlich doch nicht weniger allergen

Dienstag, 21. Mai 2019

American Bashkir Curly Horses sind eine nordamerikanische Pferderasse, die oft als Allergikerpferde zum Einsatz kommen – eventuell zu Unrecht. /mark, stock.adobe.com

Berlin – Die wenig verbreitete Pferderasse Curly Horses wird im Internet, unter anderem bei Wikipedia, gerne als Allergikerpferd beschrieben. Dabei produzieren diese Pferde nicht weniger Allergene als andere Pferderassen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie in PlosOne (2018; doi: 10.1371/journal.pone.0207871). Die Studienergebnisse haben die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) jetzt sogar dazu veranlasst, Pferdeallergiker vor den vermeintlich hypoallergenen Pferden zu warnen.

Für die Studie wurden Haarproben von 32 unterschiedlichen Pferderassen und insgesamt 224 Haarproben untersucht. „Bei den Curly Horses fanden wir im Vergleich zu anderen untersuchten Pferderassen sogar deutlich höhere Allergenkonzentrationen als bei den meisten anderen Pferderassen“ berichtet Monika Raulf, Mitglied des Vorstands der DGAKI. Die getesteten Parameter lagen im Durchschnitt bei 11800 μg/g für HD-Antigen, 2.400 μg/g für Equ c 1 und 258 kU/g für Equ c 4.

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„Das Ergebnis unserer Studie ist umso erstaunlicher, als viele Reiter mit einer Pferdeallergie auf die wolligen Curlies schwören, weil sie beim Kontakt mit ihnen weniger oder keine Allergiesymptome haben“ erklärt Raulf, „ein Effekt, der in der Vergangenheit auch in einigen Studien nachgewiesen werden konnte“.

Etwa 7-fach weniger Allergene produzierten die Pferderassen Tinker, Isländer und Shetland Ponies. Auch weibliche Tiere und kastrierte Hengste waren deutlich weniger „allergen“ als männliche, unkastrierte Tiere. Das Niveau des Allergens Equ c 4 war sogar bis zu 25-fach reduziert im Vergleich zu Curly-Pferden. Im Vergleich zu Stuten zeigten Hengste eine um den Faktor 2,2, 3,5 und 6,7 erhöhte Konzentration an HD-Antigenen, Equ c 1 und Equ c 4. Zwischen Stuten und Wallachen konnten die Forscher keine Unterschiede feststellen.

Überraschend für die Forscher: Unabhängig von allen anderen Kriterien fand man in Bezug auf die produzierte Allergenmenge der Pferde deutliche individuelle Unterschiede. „Offensichtlich gibt es Pferde mit hoher und mit niedriger Allergenproduktion“ folgert Raulf, „für pferdeallergische Reiter gilt es daher, das Pferd zu finden, dessen Allergenproduktion für ihn tolerabel ist. Daher könne die DGAKI keinen Hinweis auf eine reduzierte Allergenexposition beim Umgang mit Curly Horses geben.   © gie/aerzteblatt.de

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