NewsVermischtesFrühe Förderung erreicht zu wenig arme Kinder in Nordrhein-Westfalen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Frühe Förderung erreicht zu wenig arme Kinder in Nordrhein-Westfalen

Montag, 13. Mai 2019

/dpa

Gütersloh – Nordrhein-Westfalen (NRW) hat bei Betreuungsplätzen für Unterdreijährige zwar stark aufgeholt, benachteiligte Kinder profitieren aber einer Studie zufolge zu we­nig. Kinderarmut sei in Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich besonders hoch – jedes fünfte Kind wachse in NRW in einem Haushalt auf, in dem Hartz IV bezogen werde, heißt es in einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh.

Frühkindliche Bildung und ein früher Kitabesuch seien nicht „Allheilmittel“, aber Teil ei­ner wirkungsvollen Strategie gegen Kinderarmut. Allerdings: „Gerade dort, wo die Kinder­armut hoch ist (...), sind die Betreuungsquoten eher niedrig und steigen tendenziell schwächer an.“

Anzeige

Wo mehr benachteiligte Kinder lebten, sollten frühkindliche Förderangebote besonders präsent sein, hieß es in der Untersuchung. Vielerorts sei aber das Gegenteil festzustellen. In 13 der 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW übersteige die Zahl der unter dreijähri­gen Kinder aus einkommensarmen Familien die Zahl aller betreuten Kinder in dieser Altersgruppe.

Es sei also schon rechnerisch nicht möglich, allen benachteiligten Kindern einen Platz anzubieten. Bei Konkurrenz um die Plätze seien arme und arbeitslose Familien zudem strukturell im Nachteil gegenüber besser situierten Haushalten. Land, Kommunen und Träger müssten mehr in frühkindliche Bildung investieren und dabei auch die Qualität im Blick halten. „Ein ‚schlechter’ Kitaplatz hilft keinem Kind.“

Die Autoren sehen eine „insgesamt unbefriedigende Situation mit regional unterschied­licher Schärfe“. Seit Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Unter­dreijährige 2013 sei der Ausbau in NRW deutlich vorangekommen, die Betreuungs­quote gewachsen. Der Bedarf sei aber landesweit nicht gedeckt.

Nach Angaben des NRW-Familienministeriums gibt es im laufenden Kindergartenjahr 2018/19 für Unterdreijährige rund 134.200 Plätze in Kitas und 57.100 Plätze in der Tagespflege, was eine Versorgungsquote von 58 Prozent bedeute. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Mai 2020
Berlin – Kitas und Schulen sollten zeitnah wieder geöffnet werden. Der Schutz von Lehrern, Erziehern und Eltern stehe dem nicht entgegen. Das schreiben die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene
Fachgesellschaften plädieren für Öffnung von Kitas und Schulen
18. Mai 2020
München – Die Coronakrise ist eine beispiellose Herausforderung für Eltern und Kinder. Der Einbruch der gewohnten Betreuungs- und Kommunikationsstrukturen sei für Familien eine schwer zu meisternde
Coronakrise ist große Herausforderung für Familien
11. Mai 2020
Berlin − Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert mehr Anstrengungen, um mehr Bildung und Kinderbetreuung in der Coronakrise zu gewährleisten. „Jedes Kind in Deutschland sollte noch im Mai in die
Baerbock fordert Schul- und Kitabesuche für alle noch im Mai
7. Mai 2020
Berlin − Die Grünen vermissen in den Coronabeschlüssen von Bund und Ländern klare Perspektiven für Familien und vor allem Kinder. „Weiterhin werden die Bedürfnisse von Kindern nicht angemessen
Grüne zu Coronabeschlüssen: Bedürfnisse von Kindern vernachlässigt
29. April 2020
Berlin – Die Familienminister von Bund und Ländern sprechen sich in der Coronakrise für einen „behutsamen“ Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung in vier Phasen aus. Das teilte das Ministerium von
Familienminister wollen Kitas „behutsam“ öffnen
28. April 2020
Osnabrück − Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat die sofortige Öffnung von Kitas und Grundschulen angemahnt. „Unter einem Schutzschild sollte es unbedingt wieder losgehen,
Krankenhaushygieniker für sofortige Öffnung von Kitas
17. April 2020
Berlin − In der Coronakrise bekommen mehr Eltern einen Anspruch auf Notbetreuung für jüngere Kinder − es wird aber vorerst keine bundesweit einheitliche Regelung geben. „Bis mindestens zum
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER