NewsPolitikBrandenburger Landesregierung will keine ärztliche Meldepflicht bei Ambrosiaallergie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Brandenburger Landesregierung will keine ärztliche Meldepflicht bei Ambrosiaallergie

Montag, 13. Mai 2019

/dpa

Potsdam – Ärzte in Brandenburg sollen nach Ansicht der Landesregierung Fälle von Ambrosiaallergie auch künftig nicht melden müssen. Für eine Weitergabe anonymisierter Patientendaten gebe es keine gesetzliche Verpflichtung, teilte das Agrarministerium in Potsdam auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion mit. Einen solchen Schritt hatten die Bürgermeister von zehn Lausitzer Kommunen in einem Positionspapier gefordert.

Die Bürgermeister hatten Mitte März zehn Forderungen an die Landesregierung gerichtet, um die gesundheitsschädigende und hochallergene Pflanze, die schon in kleinen Pollen­konzentrationen zu Heuschnupfensymptomen, tränenden Augen, Hautrötungen und Asthma führen kann, zu bekämpfen.

Anzeige

Die Bemühungen der Ministerien und Landesämter hätten bei weitem nicht ausgereicht, die Verbreitung des gefährlichen Unkrauts zu bekämpfen, erklärten die Lokalpolitiker. Komme es nicht kurzfristig zu wirksamen Gegenmaßnahmen durch die Landesregierung, drohe eine Ausdehnung der Ambrosia in Südbrandenburg, die nur mit einem jährlichen Finanzaufwand in Millionenhöhe korrigiert werden könne.

In dem Positionspapier war auch verlangt worden, im Landeshaushalt ein festes Budget zu verankern, um die Kommunen bei der Bekämpfung von Ambrosia finanziell zu unter­stützen. Die Landesregierung wurde gebeten zu prüfen, ob Landwirte, die auf besonders belasteten Acker-, Brach-, und Stilllegungsflächen Ambrosia bekämpfen, eine Entschädi­gungszahlung erhalten können. Auf die Forderung nach einem solchen Budget antworte­te das Agrar­ministerium lediglich, der Landesregierung sei der finanzielle Bedarf der Kommunen für diese Aufgabe nicht bekannt.

In einem gemeinsamen Antrag von SPD und Linke sowie der oppositionellen CDU hatte der Landtag in Brandenburg die Landesregierung Mitte April aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen. Danach soll es noch vor Saisonbeginn im Juli eine Verordnung als Rechts­grundlage für die Bekämpfung von Ambrosia geben. Sie soll auch für Privatgrundstücke gelten.

Der Bürgermeister der Gemeinde Kolkwitz, Karsten Schreiber (SPD), der das Positions­papier mit übergeben hatte, bedauerte, dass die Landesregierung eine Meldepflicht bei Ambrosiafällen ablehnt. „Es ist absolut wichtig, herauszubekommen, wie viele Menschen direkt betroffen sind von Ambrosia“, sagte er.

Lobend äußerte er sich zu dem Landtagsbeschluss. Leider seien einige Forderungen der Bürgermeister nicht übernommen worden. „Wir hatten mehr erwartet“, betonte er. Neben der Forderung  nach einer ärztlichen Meldepflicht sei auch die nach einem Ausgleich für Landwirte für ihre Aufwendungen von den Parlamentariern nicht aufgegriffen worden. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Mai 2019
München – Im Freistaat gibt es seit heute Echtzeit-Informationen zum Pollenflug. Von einer „neuen Ära“ sprach Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) zum Start des neuen elektronischen
Polleninformationsnetzwerk startet in Bayern
21. Mai 2019
Berlin – Die wenig verbreitete Pferderasse Curly Horses wird im Internet, unter anderem bei Wikipedia, gerne als Allergikerpferd beschrieben. Dabei produzieren diese Pferde nicht weniger Allergene als
Pferdeallergie: Curly Horses vermutlich doch nicht weniger allergen
10. Mai 2019
Berlin – Schon im vergangenen Jahr hatten Allergiker Schwierigkeiten, an Notfallmedikamente gegen allergische Schocks zu kommen. Jetzt gibt es einen erneuten Lieferengpass für den Epinephrin-Pen
Erneut Lieferengpass bei Autoinjektor Fastjekt gegen allergische Schocks
26. April 2019
Hamilton/Ontario – Schwere allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie, vor denen die spezifische Immuntherapie Kinder mit Erdnussallergie langfristig schützen soll, traten während der mehrjährigen
Häufige Anaphylaxien gefährden Nutzen der spezifischen Immuntherapie bei Erdnussallergie
12. April 2019
Potsdam – Die Brandenburger Landtagsabgeordneten wollen eine wirksamere Bekämpfung der gesundheitsgefährdenden Ambrosiapflanzen erreichen. Einem gemeinsamen Antrag von SPD und Linke stimmte eine
Brandenburg will stärkere Bekämpfung von Ambrosia erreichen
18. März 2019
Hamburg – Gesundheits-Apps werden laut einer Umfrage immer beliebter. Zwölf Prozent der Erwachsenen nutzen inzwischen solche digitalen Anwendungen, wie die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Hamburg
Immer mehr Allergiker nutzen Gesundheits-Apps
7. März 2019
Langen/Cincinnati– Die Hyposensibilisierung ist eine etablierte Behandlungsoption, die sich in den USA und Europa sehr unterschiedlich darstellt. Die Produkvielfalt ist in Europa größer als in den
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER