NewsVermischtesIntensivstationen sollten bunt sein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Intensivstationen sollten bunt sein

Montag, 13. Mai 2019

/dpa

Wuppertal – Wände und Beleuchtung von Intensivstationen mit Farben zu gestalten wirkt sich positive auf Patienten und Mitarbeiter aus. Das berichten die Helios Universi­täts­klinikum Wuppertal der Universität Witten/Herdecke und die Bergische Universität Wuppertal. Sie haben in einer Studie die Wirkung von Farbe und Licht auf Patienten und Personal der Intensivstation untersucht.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Umweltfaktoren Licht und Farbe eine beson­ders positive Wirkung auf das Befinden und den Gesundheitszustand von Intensivpa­tien­ten, das Vertrauen und die Zufriedenheit von Angehörigen sowie die Arbeitsmotivation und Identifikation des Personals der Station haben“, sagte Gabriele Wöbker, Chefärztin der Klinik für Intensivmedizin am Helios Universitätsklinikum Wuppertal, die jetzt gemein­sam mit Axel Buether von der Bergischen Universität Wuppertal ein erstes Resümee der Untersuchung gezogen hat.

Anzeige

Die Renovierungsmaßnahmen der Räumlichkeiten umfassten für die Studie den Neuan­strich von Wände, Decken und Türen sowie den Austausch sämtlicher Leuchtmittel. Um aussagekräftige Ergebnisse erzielen zu können, wurden die Bewertungen von Patienten, Angehörigen und Personal vor wie nach der Renovierung sowohl quantitativ mittels Fra­ge­bögen sowie qualitativ über Interviews erfasst.

Die positive Bewertung der Pflegemaßnahmen stieg bei den Patienten nach der Renovie­rung um fast 30 Prozent. „Zudem fühlen sich die Patienten nach den Renovierungs­arbei­ten auf der Station wesentlich privater und wohler. Insbesondere Gefühle wie Geborgen- und Sicherheit sind für die Genesung der Patienten ein entscheidender Faktor. Hier haben wir nach der Renovierung eine Steigerung von mehr als 55 Prozent erzielt“, so Wöbker.

Laut den Studienergebnissen wirken sich Licht und Farbe auch auf den Medikamenten­verbrauch der Patienten aus: „So konnte der Verbrauch an Medikamenten im Vergleichs­zeitraum um durchschnittlich 30 Prozent gesenkt werden“, erläuterte Wöbker.

Durch die Neugestaltung der Station wurde aber nicht nur die Zufriedenheit der Patien­ten, sondern auch die der Mitarbeiter gesteigert. „Die Raumqualität der Patientenzimmer wird vom Personal sogar um 40 Prozent besser beurteilt“, so Buether. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrer Arbeit stieg im Rahmen des Projektes um zwölf Prozent.

Nach der Neugestaltung der Station haben sich die Mitarbeiter außerdem deutlich stärker mit ihrem Arbeitsplatz identifiziert. „Für uns sind die Ergebnisse ein klares Signal, dass mit wenigen Mitteln sehr viel bewegt werden kann“, zog Wöbker ein erstes Fazit. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #705995
Hermione
am Dienstag, 14. Mai 2019, 10:08

Links zur Untersuchung

Die Presseberichte gehen wohl tatsächlich nur auf die Mittelung der Klinik bzw. der Uni Wuppertal zurück - was kaum nachvollziehbar ist und gegen alle journalistischen Rechercheprinzipien verstößt. Den Link zur Untersuchung findet man in ungefahr einer Minute, nämlich hier:
https://axelbuether.de/2019/farbe-im-gesundheitsbau-colour-design-thinking/
Titel der Studie:
“Beurteilung der psychologischen und medizinischen Wirkungen der Umweltfaktoren Farbe und Licht auf Patienten und Personal im Bereich der Intensivmedizin”
Download Auswertung_Heliosstudie_Farbe_Licht_110319
CM, Medizinjornalistin
Avatar #660336
ramming
am Montag, 13. Mai 2019, 21:11

Studie?

Die Angabe der Quelle wäre hilfreich. Ich habe den Verdacht, da wurde lediglich von der Helios-Homepage (https://www.presse.uni-wuppertal.de/de/medieninformationen/2019/05/10/29652-studie-bestaetigt-positiven-einfluss-von-farbe-und-lichtauf-patienten-und-personal-von-intensivstationen/) abgeschrieben. Eine Suche in Pubmed und auf google scholar ergaben zumindest bei mir keinen Treffer.
Leider machen es auch andere Vertreter der schreibenden Zunft ähnlich. Im Biermann-Medizin Newsletter gab es heute die gleiche Geschichte mit fast identischem Wortlaut. Auch hier ohne Quelle und wohl von der ursprünglichen Helios-Pressemeldung abgeschrieben.
Schade.
LNS

Nachrichten zum Thema

18. April 2019
Berlin – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat ein Positionspapier erarbeitet, um Ärzte beim Thema Organspende und erweitertem intensivmedizinischen
Organspende: Neue Entscheidungshilfe für Ärzte bei intensivmedizinischem Behandlungsbedarf
18. März 2019
Kassel – Bei der häuslichen Intensivpflege von unheilbar kranken Kindern verschärft sich der Mangel an Pflegekräften. Die Ursache sei eine im Januar in Kraft getretene Regelung, sagte Markus Behrendt,
Gesetz verschärft Personalnot bei Pflege schwerkranker Kinder
11. März 2019
Berlin – Notfallmediziner sehen die intensivmedizinische Versorgung in Deutschland künftig gefährdet. Schon heute gebe es auf drei Vierteln der Intensivstationen Bettensperrungen aufgrund des Mangels
Notfallmediziner sehen intensivmedizinische Versorgung in Gefahr
20. Februar 2019
Boston – Die intravenöse Gabe von Paracetamol hat in einer randomisierten Pilotstudie den Anteil der Patienten, die nach einer Bypassoperation ein Delir entwickelten, um mehr als die Hälfte gesenkt,
Herzchirurgie: Paracetamol vermeidet postoperatives Delir in Pilotstudie
20. Februar 2019
Nashville/Tennessee – Die neuromuskuläre Blockade, die vor einer Intubation erforderlich ist, führt zu einer kurzen Unterbrechung der Atmung. Eine randomisierte klinische Studie im New England
Intensivmedizin: Maskenbeatmung vor der Intubation führt zu besserer Sauerstoffversorgung
18. Dezember 2018
Philadelphia – Die Stethoskope, die auf Intensivstationen verwendet werden, sind häufig mit Bakterien kontaminiert, darunter auch solchen, die nosokomiale Infektionen verursachen können. Die üblichen
Stethoskope auf Intensivstationen häufig mit Keimen besiedelt
3. Dezember 2018
Stockholm – Zu den Risiken einer schweren Grippe gehören nicht nur bakterielle Superinfektionen. Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, können auch an einer invasiven
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER