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Neue S2k-Leitlinie zur Therapie des spastischen Syndroms veröffentlicht

Montag, 13. Mai 2019

/auremar, stockadobecom

Berlin – Eine neue Leitlinie auf dem Niveau S2k „Therapie des spastischen Syndroms“ hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) vorgestellt. Sie richtet sich an neurolo­gisch, neurorehabilitativ, neurochirurgisch und paraplegiologisch tätige Ärzte, Ergo- und Physiotherapeuten sowie an Patienten mit Spastik und deren Angehörige. Die Leitlinie ist bis zum 31. Oktober 2021 gültig.

„Ziel ist es, die verschiedenen Behandlungsansätze darzustellen und hinsichtlich ihrer In­di­kation und Wirksamkeit zu bewerten. Die Therapieempfehlungen sollen zu einer Ver­besserung der motorischen Funktionen, zur Erleichterung der Pflege und zur Schmerz­lin­derung führen“, erläuterte der Koordinator der Leitlinie, Thomas Platz, Greifswald.

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„Das Verstehen des spastischen Syndroms und damit die Voraussetzung für eine adäquate Therapie integriert das Wissen um die spastische Bewegungsstörung (‚spastic movement disorder, SMD’) und um nicht neurogene sekundäre periphere Veränderungen der Weich­teile in spastisch gelähmten Extremitäten“, erläutern die Autoren der Leitlinie.

Die SMD umfasse dabei alle „Plus-Phänomene“ einer Schädigung des oberen motori­schen Neurons wie gesteigerte Muskeleigenreflexe, eine geschwindigkeitsabhängige To­nuserhöhung, Klonus, einschießende Spasmen oder die spastische Dystonie. Die SMD sei von der Lähmung und der eingeschränkten Willkürinnervationsfähigkeit („Minus-Phäno­mene“) bei der Schädigung des oberen motorischen Neurons zu unterscheiden.

Neu in die Leitlinie eingeflossen sind die Erkenntnisse, dass Therapieverfahren wie das Arm-Basis-Training bei subakuten Schlaganfallpatienten und die „Constraint-Induced Move­ment Therapy, CIMT“ eine Verbesserung der aktiven Funktion sowie eine parallele Reduktion der Spastik erzielen.

Bei der medikamentösen Therapie verbessert Botulinumtoxin A laut der Leitlinie durch seine positive Wirkung auf die fokale Spastik im Arm die Integrierbarkeit des schwer spastisch gelähmten Armes im Alltag und bei einem Teil der Patienten auch aktive Hand- und Armfunktionen. Am Bein sei eine effektive Tonusreduktion möglich.

„In der Regel hat eine fokale medikamentöse Injektionsbehandlung mit BoNT A ein besseres Nutzen-Risiken-Verhältnis als orale Antispastika und sollte, soweit umsetzbar, bei der fokalen Spastik, die nicht genügend auf nicht-medikamentöse Behandlungen anspricht, vorrangig eingesetzt werden“, so die Autoren.

Ein Abschnitt der Leitlinie widmet sich auch neuen Therapieansätzen: „Für neuere Behandlungsmethoden wie die repetitive periphere Magnetstimulation, die repetitive transkranielle Magnetstimulation und die Ganzkörpervibration gibt es begrenzte Evidenz für ein Potential in der Spastiktherapie, wobei die vorliegende Evidenz allerdings noch nicht für eine Praxisempfehlung in der Routineversorgung ausreicht“, so das Fazit der Leitlinienautoren. © hil/aerzteblatt.de

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