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Biologika haben unterschiedliches Infektionsrisiko bei Psoriasis

Montag, 13. Mai 2019

/nik.bernadsky, stockadobecom

Boston – Die systemische Therapie der Psoriasis mit Biologika kann schwere Infektionen auslösen, die eine Klinikbehandlung erforderlich machen. Das Risiko war in der Analyse von US-Versichertendaten in JAMA Dermatology (2019, doi: 10.1001/jamadermatol.2019.1121) für die einzelnen Substanzen recht unterschiedlich ausgeprägt.

Biologika, die gezielt einzelne Zytokine der Entzündungsreaktion blockieren, haben die Behandlung der Psoriasis deutlich verbessert. Die Mittel sind jedoch bei den Patienten nicht sehr beliebt, da sie Injektionen oder sogar Infusionen erforderlich machen.

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Außerdem schwächen sie die Immunabwehr, was die Anfälligkeit für teilweise schwere Infektionen erhöht. Dazu gehören Weichteilinfektionen, Lungenentzündungen oder Bakteriämien, die eine Klinikbehandlung erforderlich machen können, da sie das Leben der Patienten gefährden.

Erica Dommasch vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston und Mitarbeiter haben die Verordnung von mehr 100.000 Krankenversicherten, denen Biologika, das ältere Immunsuppressivum Methotrexat oder Apremilast verschrieben wurden, mit den folgenden Krankenhausaufnahmen wegen Infektionen in Beziehung gesetzt. Metho­trexat diente als Therapiestandard, Apremilast als Alternative zu den Biologika, da es in Tablettenform eingenommen werden kann. Apremilast ist ein chemischer Enzymblocker. Der Wirkstoff gehört nicht zu den Biologika, die in Zellkulturen erzeugt werden.

Die Inzidenzrate von schweren Infektionen unter der Methotrexat-Behandlung lag im Bereich von 11,6 bis 14,98 auf 1.000 Patientenjahre. Schwere Infektionen sind damit selten, aber durchaus ein Faktor, der bei der Behandlung berücksichtigt werden muss.

Um einen fairen Vergleich zu ermöglichen, hat Dommasch eine Propensity-Score-Analyse durchgeführt. Sie stellt nur Patienten mit den gleichen Eigenschaften gegenüber, sodass eine Verfälschung der Ergebnisse durch Alter und Geschlecht, Begleiterkrankungen oder durch Rauchen und andere Risikofaktoren (soweit bekannt) ausgeschlossen werden kann.

Für 3 der 6 untersuchten Wirkstoffe ermittelte Dommasch ein im Vergleich zu Methotrexat niedrigeres schweres Infektionsrisiko. Am niedrigsten war es mit einer Hazard Ratio von 0,50 (95-%-Konfidenzintervall 0,26 bis 0,94) für Apremilast. Unter dem Medikament kommt es demnach halb so häufig wie unter Methotrexat zu schweren Infektionen. Allerdings ist laut Dommasch auch die immunsupprimierende Wirkung von Apremilast relativ gering.

Das Biologikum Ustekinumab führte mit einer Hazard Ratio von 0,65 (0,47 bis 0,89) zu einem Drittel seltener zu schweren Infektionen. Ustekinumab ist ein potentes Anti­psoriatikum, da es mit Interleukin 17 und 23 gezielt zwei Zytokine hemmt, die an der Pathogenese der Erkrankung beteiligt sind.

Die dritte Substanz mit einem im Vergleich zu Methotrexat niedrigen Infektionsrisiko war Etanercept, dessen Einsatz bei einer Hazard Ratio von 0,75 (0,61 bis 0,93) zu einem Viertel seltener mit Infektionen assoziiert war. Etanercept hemmt wie Adalimumab und Infliximab den Tumornekrosefaktor (TNF). Dass die beiden anderen TNF-Blocker das Infektionsrisiko im Vergleich zu Methotrexat nicht senkten, führt Dommasch auf die schwächere immun­supprimierende Wirkung zurück. Dies hat dazu geführt, dass Adalimumab häufig bevorzugt eingesetzt wird. Infliximab ist weniger beliebt, weil es als intravenöse Infusion appliziert werden muss. © rme/aerzteblatt.de

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