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Ausland

Bayer verliert dritten US-Glyphosat-Prozess

Dienstag, 14. Mai 2019

/dpa

Oakland – Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat in den USA auch den dritten wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verlo­ren. Die Geschworenenjury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verur­teilte das Unternehmen gestern zu Schadenersatz in Höhe von insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro) an die beiden Kläger.

Der größte Teil davon entfällt auf sogenannten Strafschadenersatz, wofür es im deut­schen Recht keine Entsprechung gibt. Geklagt hatte ein Rentnerehepaar, dass Monsan­tos Unkrautvernichtungsmittel Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat für seine Krebserkrankungen verantwortlich macht.

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Während des Ende März begonnenen Prozesses hatte die Anklage immer wieder ver­sucht, die Geschworenen nicht nur davon zu überzeugen, dass Monsantos Produkte Krebs verursachen, sondern auch, dass etwa mit manipulierten Studien Risiken ver­schleiert wurden.

Für Bayer ist der Fall hochbrisant: Es ist bereits der dritte Schuldspruch innerhalb weniger Monate und weitere Prozesse werden folgen. Zuletzt war der Konzern in den USA nach eigenen Angaben mit rund 13.400 Klagen wegen des Unkrautvernichters Roundup konfrontiert. Bayer hat in den ersten beiden Fällen Berufung eingelegt. Der Konzern weist Gesundheitsgefahren von Monsanto-Produkten vehement zurück. © dpa/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 15. Mai 2019, 11:19

"BUY LOW AND SELL HIGH"

Es gibt eine sehr einfache ökonomische Grundregel: "BUY LOW AND SELL HIGH", die offensichtlich nur MONSANTO verstanden hat, als diese Firma im Jahr 2016 für einen Höchstrekord-Preis von 66 Milliarden USD an die BAYER-AG ging.

"Der 66-Milliarden-Dollar-Deal ist fix - Es ist die größte Übernahme, die ein deutsches Unternehmen je getätigt hat: Bayer kauft den US-Saatguthersteller Monsanto für knapp 66 Milliarden Dollar..." HANDELSBLATT vom 14.09.2016.

Dagegen hätte der Vorstandsvorsitzende und BAYER-Chef Werner Baumann, der noch am 25.3.2019 den milliardenschweren Kauf des umstrittenen US-Saatgutkonzerns Monsanto nach einer weiteren Gerichtsschlappe gegen wachsende Kritik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) verteidigte: "Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee", sich doch nur bequem in seinem Sessel zurücklehnen müssen, um in aller Seelenruhe zuzuschauen, wie durch die bereits damals auf MONSANTO zurollende Prozesswelle den Wert des Unternehmens weiter abgesenkt hätte.

Abgesehen vom ethisch sehr umstrittenen bisherigen MONSANTO-Geschäftsgebaren ist mit den jetzt unabsehbaren, milliardenschweren Prozesskosten-Risiken MONSANTO nicht mal mehr die Hälfte wert. Und wie schwierig das verminte Gelände des US-Chemie- und Pharmamarktes ist, sollte der BAYER-Chefetage spätestens seit ihrem existenzbedrohenden LIPOBAY-Desaster bekannt und vertraut sein.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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