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Politik

Giffey wertet Gesetz zur vertraulichen Geburt als Erfolg

Dienstag, 14. Mai 2019

/dpa

Berlin – Seit Mai 2014 können Schwangere in Not, die ihr Kind anonym zur Welt brin­­gen wollen, mit medizinischer Hilfe entbinden. Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) zog heute eine positive Bilanz des Gesetzesregelung für die Möglichkeit der ver­traulichen Geburt. „Schwangere Frauen in Notlagen brauchen Hilfe, Beratung und Unters­tützung“, sagte sie. Das vor fünf Jahren verabschiedete Gesetz habe für viele Frauen Wege aus solchen Notlagen ermöglicht.

Das Angebot der vertraulichen Geburt richtet sich an Frauen, die eine Schwangerschaft und Geburt geheim halten wollen. Damit soll auch verhindert werden, dass verzweifelte Frauen ein Kind ohne medizinische Betreuung heimlich zu Hause gebären oder das Neu­ge­borene sogar aussetzen oder töten. Auch wenn die Daten der Frauen grundsätzlich vertraulich behandelt werden, haben deren Kinder mit Vollendung des 16. Lebensjahres das Recht, die Identität der Mutter zu erfahren.

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Erste Zahlen zur Analyse, die das Ministerium heute vorstellte, waren bereits gestern bekannt geworden. Demnach sind seit der Einführung der vertraulichen Geburt vor fünf Jahren rund als 570 Kinder auf diesem Wege zur Welt gekommen.

Den Daten zufolge wurden bis April dieses Jahres insgesamt mehr als 2.200 Beratungs­gespräche zur vertraulichen Geburt geführt. Von den beratenen Frauen entschied sich demnach knapp ein Viertel zu einem Leben mit dem Kind, etwas mehr als ein Fünftel zu einer vertrauli­chen Geburt und 13,7 Prozent zur Freigabe des Kindes für eine reguläre Adoption.

Fast zwölf Prozent der Frauen entschieden sich für einen Schwangerschaftsabbruch. 4,5 Prozent der Frauen wählten trotz der Beratung den Weg einer anonymen Kindesabgabe, in 14,8 Prozent der Fälle brach der Kontakt nach dem Gespräch ab.

Die vorgelegt Evaluierung des Gesetzes zeigt nach Ministeriumsangaben darüber hinaus, dass der starke Anstieg bei den anonymen Kindsabgaben gebremst werden konnte. Die Zahl wächst danach aber immer noch weiter leicht an.

Im Jahr 2015 wurden 157 Kinder anonym abgegeben, im Jahr 2016 waren es 151 Kinder. Zuvor war die Zahl in den Jahren von 2003 bis 2013 von 46 auf 147 gestiegen. Hätte sich dieser Trend fortgesetzt, wären für die Folgejahre deutlich mehr anonyme Kindsabgaben zu erwarten gewesen, heißt es in dem Papier. © afp/kna/aerzteblatt.de

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