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Politik

Bundesregierung sieht Stammzellforschung in Deutschland auf gutem Weg

Mittwoch, 15. Mai 2019

/nobeastsofierce, stockadobecom

Berlin – Das Interesse an der Forschung mit humanen pluripotenten Stammzellen (hPS-Zellen) nimmt auch in Deutschland weiter zu. Das zeigt der achte Erfahrungs­bericht über die Durchführung des Stammzellgesetzes, den die Bundesregierung jetzt veröffentlicht hat. 

HPS-Zellen können humane embryonale Stammzellen (hES-Zellen) oder humane induzierte pluripotente Stammzellen (hiPS-Zellen) sein. Letztere entstehen durch Reprogrammierung von nicht pluripotenten somatischen Zellen. Ihre Gewinnung ist damit ethisch unproblematischer als die der hES-Zellen. Allerdings sind die Forschung und Diskussion dazu nicht abgeschlossen, wie hES- und hiPS-Zellen sich unter­scheiden. 

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Das Stammzellgesetz verbietet die Verwendung und die Einfuhr von hES-Zellen aus ethischen Gründen, macht aber Ausnahmen zu Forschungszwecken. Diese Aus­nah­men müssen behördlich genehmigt werden. Hintergrund des Berichtes ist Paragraf 15 des Stammzellgesetzes vom Juni 2002. Danach berichtet die Bundesregierung im Zweijahresrhythmus über die Belange der Stammzellforschung. 

Im vorangegangenen siebten Berichtszeitraum für die Jahre 2014 und 2015 waren im Zusammenhang mit inhaltlich eigenständigen Projekten 17 Anträge auf Genehmigung der Einfuhr oder für die Verwendung hES-Zellen genehmigt worden. Im aktuellen Berichts­zeitraum für die Jahre 2016 und 2017 wurden 25 Anträge an das Robert-Koch-Institut (RKI) gestellt. 24 dieser 25 Anträge wurden laut der Bundesregierung im Berichtszeitraum genehmigt.

Stammzellen eigneten sich als Ausgangspunkt für Modellsysteme bei Krankheiten, für zellbasierte Plattformen bei Wirkstofftests und für medizinische Präparate bei neuen Therapiekonzepten, berichtet die Bundesregierung. In diesen Bereichen habe es im Berichtszeitraum 2016/2017 deutliche Fortschritte gegeben.

Auch die neuen Verfahren der Genomeditierung hätten die Möglichkeiten der Stamm­zell­forschung enorm erweitert, zum Beispiel mittels CRISPR/Cas9. Die gezielte Ein­führung von Mutationen und das Entfernen von Genen ermöglichten genauere Aus­sagen über das Zusammenspiel der Gene in verschiedenen Zelldifferenzierungs­we­gen.

„Die wissenschaftliche Community in Deutschland leistet im Bereich der Grundlagen­forschung und der Verwendung der Zellen in der Gesundheitsforschung und Gesund­heits­­wirtschaft international signifikante Beiträge“, schreibt die Bundesregierung. Die deutsche Forschung habe sich sehr gut vernetzt und die Zusammenarbeit mit anderen Forschungs­disziplinen intensiviert.

Weiterhin nähmen aber Staaten mit starken Programmen für die Stammzellforschung wie China, Israel, Japan, und die USA sowie in Europa Dänemark, Großbritannien, die Niederlande und Schweden im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Die Stammzellforschung in Deutschland könne aber im internationalen Wettbewerb auch dank öffentlicher Förderprogramme den Anschluss halten, so das Fazit der Bundes­regierung. © hil/aerzteblatt.de

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