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Ärzteschaft

Checkliste soll Digitalisierungsgrad im Krankenhaus aufzeigen

Mittwoch, 15. Mai 2019

/Kzenon, stockadobecom

Berlin – Digitalisierung im Krankenhaus soll Ärzte im Idealfall dabei unterstützen, ihre Arbeitsprozesse zu optimieren. Doch wo eine Klinik auch im Vergleich zu anderen steht, ist kaum zu erkennen. Der Marburger Bund (MB) hat nun gemeinsam mit dem Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) eine Checkliste-IT entwickelt, mit der Ärzte den Digitalisierungsgrad ihres Krankenhauses einschätzen können.

Die Checkliste-IT sei keine einfach Umfrage, erklärte Peter Bobbert, Mitglied des MB-Vorstandes, der das Thema betreut, heute in Berlin. Sie richte sich auch „eher auf das ganze Krankenhaus und nicht auf das Arbeitsgebiet eines einzelnen Arztes“. Grund sei, dass es sich zwar um ein richtiges „Arbeitstool“ handele, das Erkenntnisgewinn verspreche. Dies benötige aber zugleich auch Zeit für die Bear­beitung. Bobbert schätzt den Zeitaufwand auf mindes­tens zwei Stunden. Je nach Intensität könnten es aber auch drei bis vier Stunden werden.

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Krankenhausgeschäfts­führer gefragt

Aus Sicht von MB-Geschäftsführer Armin Ehl sind die Krankenhausgeschäfts­führer gefragt. „Wer schlau ist, macht mit. Und das von der Klinikleitung aus“, sagte er. Es gebe IT-Beauftragte in den Kliniken, die „am besten mit Ärzten aus jeder Abteilung“ die Checkliste-IT nutzen sollten, um einen Überblick zu bekommen, wie sich die Situation in einem Haus darstelle. Das betreffe einerseits den Grad einer Digitalisie­rung, aber auch die Einschätzung der Mitarbeiter über den subjektiven Nutzen ein­zelner Anwendungen.

Bobbert und Ehl zeigten sich beide davon überzeugt, dass Ärzte durch das Tool nicht nur den Stand der Digitalisierung in ihrem Haus ablesen können, sondern darüber hinaus konkrete Ar­gu­­mente erhalten, um die Digitalisierung in einem Haus voran­zu­brin­gen. So ist etwa der Vergleich mit anderen Krankenhäusern der gleichen Größe möglich. „Es wird deutlich werden, wie digitale Möglichkeiten besser und effektiver am Arbeitsplatz im Kranken­haus genutzt werden können“, hieß es vom MB. Mit dem Tool erhielten die Ärzte die Möglichkeit über die Entwicklung der Digitalisierung in ihrer Einrichtung in einen konstruktiven Dialog mit der Geschäftsführung zu treten.

Nutzung steht allen offen

Grundsätzlich kann jeder Arzt, der am Thema Digitalisierung interessiert ist, das Tool verwenden und die Checkliste-IT durcharbeiten. Alleine sich damit zu befassen, bringe schon einen Erkenntnisge­winn, sagte Bobbert. Er hofft auf eine rege Beteiligung. „Das Interesse an dem Thema ist groß“.

Anwender können über das Check IT-Onlineportal ein Benutzerkonto anlegen und die einzelnen Fragen beantworten. Auch Zwischenspeicherungen sind möglich, um die Arbeit an der Checkliste zu einem anderen Zeitpunkt fortzusetzen. Dabei kann auch ein Nutzer federführend die Checkliste anlegen – und seine Kollegen in Fragen einbe­ziehen.

Abgearbeitet werden dem MB zufolge konkret drei Teile, die – je nach Antworten – weitere individuelle Fragen nach sich ziehen und alle aufeinander aufbauen. So wer­den im ersten Teil allgemeine demografische Angaben, Rahmenbedingungen und Nutzen aus IT abgefragt. Im zweiten Teil geht es um den Nutzen von IT in klinischen Prozessen. Allein bei diesem Teil gibt es dem MB zufolge knapp 500 Fragen, mit denen die digitale Reife in mehr als 80 Arbeitsprozessen erkundet werden soll. Teil 3 befasst sich mit Nutzung und Nutzen von IT im Krankenhaus.

Alles anonym

Um Spekulationen vorzubeugen, es könne dem MB bei dem Projekt darum gehen, Daten aus Krankenhäusern zu erhalten, ist das Analysetool anonymisiert aufgezogen worden. Es werden keine per­sonen- oder auf ein Krankenhaus bezogenen Daten ab­gefragt. Daher seien die Ergeb­nisse auch nur anonymisiert für alle Anwender von Check-IT einsehbar, so der MB. Wissenschaftlich basierte Auswertungen seien somit aber nicht möglich.

Der Start des Pro­jektes, an dem MB und bvitg 16 Monate lang gearbeitet haben, ist für den kommen­den Donnerstag geplant. Ab dann soll die Checkliste-IT eingesehen wer­den können. Durch Rückmeldungen soll das Analysetool stetig neu verbessert und verfeinert werden. © may/aerzteblatt.de

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