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Viele Ärzte überschätzen Abgabewert ihrer Praxis

Donnerstag, 16. Mai 2019

/dpa

Berlin – Eine Mehrheit von niedergelassenen Ärzten (53 Prozent) berichtet, dass der Wert ihrer Praxis im Verlauf der Selbstständigkeit gesunken ist. Das geht aus einer bundesweiten Befragung von 1.008 Selbständigen und Freiberuflern in Deutschland inklusive niedergelassener Ärzte mit eigener Praxis hervor, die nach Alter und Ge­schlecht ausgewählt wurden. Auftraggeber der Befragung war die Quirin Privatbank. Durchgeführt wurde sie von YouGov Deutschland.

Laut der Befragung würden sich neun von zehn Selbstständigen und Freiberuflern in Deutschland – nicht nur Ärzte – auch heute wieder selbstständig machen. Auf der anderen Seite machen sich fast zwei Drittel der Selbstständigen Sorgen um ihre finanzielle Absicherung im Alter (62 Prozent).

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Niedergelassene Ärzte zeigen innerhalb der befragten Selbstständigen und Freibe­rufler mit eigenem Unternehmen Besonderheiten. Während 37 Prozent der Mediziner den Verkauf ihrer Praxis an jemanden außerhalb der Familie am ehesten für denkbar halten, sind es unter allen Selbstständigen nur 23 Prozent. Auch würde ein Verkauf fast der Hälfte der Ärzte „sehr oder eher leicht fallen“. Unter allen Selbstständigen sagte das nur rund ein Drittel.

Zudem kalkulieren drei von zehn Ärzten (30 Prozent) schon von Beginn der Selbst­ständigkeit an mit einem möglichen Verkaufserlös zur eigenen Altersvorsorge. Selbst­ständige in anderen Bereichen tun das weit seltener (20 Prozent). Schließlich be­obach­ten Besitzer einer Arztpraxis den Markt für Verkäufe auch deutlich intensiver. Und sie zeigen sich dabei viel häufiger ernüchtert: Gut die Hälfte (53 Prozent) haben ihre Vorstellungen zum erzielbaren Preis für ihre Arztpraxis im Laufe der Zeit senken müssen. Das sind fast viermal so viele wie unter allen Selbstständigen insgesamt (15 Prozent).

Das Meinungsforschungsinstitut fragte die Teilnehmer der Studie auch, wie lange ein hypothetischer Erlös von einer Million Euro beim Unternehmens- oder Praxisverkauf den eigenen Lebensstandard und den der Familie sichern würde. Auf diese hypothe­tische Frage nannten Unternehmer im Schnitt 23 Jahre. Lediglich Mediziner geben mit 13 Jahren einen deutlich niedrigeren Wert an. © hil/aerzteblatt.de

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