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Ausland

Mehr als 100 Tote bei Masernepidemie im Tschad

Freitag, 17. Mai 2019

/dpa

Berlin/Tschad – Während in Deutschland über eine Impfpflicht gegen Masern diskutiert wird, kämpfen die Menschen im Tschad seit einem Jahr gegen eine Epidemie der In­fek­tions­krankheit. Wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen unter Berufung auf neue­ Daten der Gesundheitsbehörden berichtete, sind im Tschad nur 37 Prozent der Kinder unter fünf Jahren gegen Masern geimpft. Um eine Herdenimmunität zu errei­chen, müssten es 95 Prozent sein.

„Der Tschad wird Jahr für Jahr von Masern-Ausbrüchen heimgesucht, die in der Regel im Frühjahr beginnen und im Juni mit dem Beginn der Regenzeit abklingen“, sagte Ärzte-ohne-Grenzen-Notfallkoordinatorin Theresa Berthold. Die aktuelle Epidemie habe jedoch ein neues Ausmaß erreicht.

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Denn bis heute konnte der Masernausbruch von 2018 nicht unter Kontrolle gebracht werden und hat sich seit Januar 2019 erneut verschärft. So wurden laut Gesundheits­ministerium in den ersten drei Monaten des Jahres 9.000 neue Masernfälle und 68 da­raus resultierende Todesfälle gemeldet. Von Mai bis Dezember 2018 wurden 5.336 Masernfälle und 96 Tote registriert.

Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, hat Ärzte ohne Grenzen vor Ort eine Massenimpfkampagne durchgeführt. Dabei wurden 107.000 Kinder gegen die poten­ziell lebensbedrohliche Krankheit geimpft. Zudem unterstützt das Notfallteam der Hilfs­organisation die Betreuung von Masernkranken im örtlichen Krankenhaus sowie in drei Gesundheitszentren.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 betreuten die Teams in Am Timan 1.677 Kinder mit kompliziertem Krankheitsverlauf. Um die Epidemie einzudämmen und die massiven Gesundheitsrisiken für Kinder einzudämmen, sei eine gemeinsame Anstren­gung des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums und der internationalen Organisationen zwingend erforderlich, mahnte die Hilfsorganisation. © hil/sb/aerzteblatt.de

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MITDENKER
am Freitag, 17. Mai 2019, 21:34

Afrika

Ok, im Tschad macht die Impfung durchaus Sinn....; wenn man sich schon nicht durchringen kann, die sozialen u. gesundheitlichen Bedingungen zu verbessern (was wichtiger wäre wie der Mythos "Herdenimmunität").
Deshalb ist es auch ein schwaches u. ziemlich durchsichtiges Argument, mit dem Verweis auf Afrika hier für die Impfpflicht zu powern.
LNS

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