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Ärzteschaft

Kooperative Praxisformen am familien­freundlichsten

Freitag, 17. Mai 2019

/dpa

Düsseldorf – Ärzte und Apotheker, die in kooperativen Praxisformen wie der Berufs­ausübungsgemeinschaft (BAG) oder dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) arbeiten, bringen Beruf und Familie am besten unter einen Hut. Das ist das Ergebnis der Studie „Kind und Kittel“ der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank).

Demnach stuften 84 Prozent der befragten Ärzte, 77 Prozent der Zahnärzte und 78 Prozent der Apotheker die Anstellung in einer BAG, einem MVZ oder einer öffentli­chen Apotheke als die familienfreundlichste Option ein.

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Die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit im Krankenhaus hingegen sehen die Heilbe­rufler dagegen sehr kritisch. Die Anstellung als Facharzt wird immerhin noch von 32 Prozent der Befragten als familienfreundlich wahrgenommen, während Oberarzt- und Chefarztstellen lediglich 24 beziehungsweise 27 Prozent der Befragten als solche ein­stufen. Einen ähnlichen Wert (26 Prozent) erhielt auch die Kategorie Inhaber einer Einzelpraxis.

Laut apoBank wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer wichtiger. Vor allem, weil immer mehr Frauen Heilberufe ergreifen. Den Autoren zufolge zeigen die Ergeb­nisse der Umfrage, dass Frauen viel häufiger das Gefühl haben, sich im Laufe ihres Lebens zwischen Kind und Kittel entscheiden zu müssen. So bestätigten 42 Prozent der befragten Heilberuflerinnen diese Aussage, bei den Männern waren es lediglich 18 Prozent.

Die apoBank ist darüber hinaus der Frage nachgegangen, inwieweit Heilberuflerinnen ohne Kinder gegenüber denen mit Kindern in Sachen Karriere bevorzugt werden. Er­geb­nis: Fast zwei Drittel aller Befragten nehmen eine Bevorzugung von Frauen ohne Kinder wahr. Gerade im Bereich der Humanmedizin, insbesondere unter den Hausärz­ten, stößt diese Aussage laut Studie auf eine hohe Zustimmung (70 Prozent). „Offen­sichtlich nehmen dabei Männer häufiger eine Bevorzugung von kinderlosen Heilberuf­lerinnen wahr als Frauen selbst“, heißt es dazu von den Autoren.

Auch den Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist laut Befragung eine große Hürde auf dem Karriereweg. Zwei Drittel der Heilberufler sehen sich zu diesem Zeitpunkt mit fehlender Flexibilität konfrontiert. Die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für Kinder stellen das zweitgrößte Hindernis beim Wiedereinstieg in den Beruf dar (62 Prozent). Hinzu kommen fachliche Wettbewerbsnachteile (56 Prozent) sowie finanzielle Aspekte (54 Prozent). Auch emotionale Hürden (51 Prozent) sowie die fehlende Unterstützung des Arbeitgebers (48 Prozent) erschweren den Wiedereinstieg.

Was muss also passieren, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Heilbe­ruf­lern verbessert werden kann? Für die Befragten sind eine kompatible Kinderbe­treu­ung (92 Prozent) sowie flexible Arbeitszeitmodelle und Teilzeitangebote (90 Prozent) die wichtigsten Anliegen. Aber auch Entlastung bei nichtärztlichen beziehungsweise nichtpharmazeutischen Tätigkeiten durch Delegation und Digitalisierung (76 Prozent) sowie Jobsharing in Führungspositionen (70 Prozent) wird von der Mehrheit der Befragten gewünscht. © hil/sb/aerzteblatt.de

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