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Aktionäre strafen Vorstand von Fresenius Medical Care ab

Donnerstag, 16. Mai 2019

/dpa

Frankfurt am Main – Nach einem millionenschweren Vergleich wegen Korruptionser­mittlungen in den USA haben Aktionäre die Führung des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care (FMC) ab­gestraft. Auf der heutigen Haupt­ver­samm­lung in Frankfurt entlasteten die Anteilseig­ner den Vorstand um Chef Rice Powell mit nur knapper Mehrheit von 56,8 Prozent.

Der Aufsichtsrat von Fresenius Medical Care kam auf 52,3 Prozent der Stimmen. Üblich sind auf Aktionärstreffen Quoten von 90 Prozent und mehr. Die Abstimmungen haben keine rechtlichen Folgen, die Aktionäre drücken damit aber ihr Vertrauen in die Führung aus.

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FMC hatte im März einen Vergleich über umgerechnet 206 Millionen Euro akzeptiert, um Ermittlungen wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen in Amerika beizulegen. Die US-Justizbehörden und die Börsenaufsicht SEC hatten den Konzern beschuldigt, an einem Korruptionskomplott zur Bestechung von Entscheidungsträgern in der Ge­sundheitsbranche und Regierungsvertretern in mehreren Ländern teilgenommen zu haben.

Ein FMC-Sprecher sagte, Grund für die knappen Abstimmungsmehrheiten sei eine Empfehlung des mächtigen US-Stimmrechtsberaters ISS. Er habe geraten, die Ver­wal­­tung wegen der früheren Ermittlungen der Amerikaner nicht zu entlasten. Einige Großanleger seien dem offenbar gefolgt.

Der Medizinkonzern Fresenius, der rund 30 Prozent der FMC-Aktien hält, habe bei dem Votum nicht mit abstimmen dürfen. „Wir sehen für die Empfehlung von ISS keine sachliche Grundlage“, erklärte der Sprecher. Die Ermittlungen betrafen Vorgänge aus länger zurückliegenden Geschäftsjahren. FMC habe die US-Behörden schon 2012 freiwillig über selbst eingeleitete Untersuchungen informiert und in den vergangenen Jahren interne Kontrollen verbessert.

FMC hatte 2018 den bereinigten Konzerngewinn um zwei Prozent auf 1,19 Milliarden Euro gesteigert. Jedoch hatte der Konzern sowohl die Ziele für 2018 als auch die mittelfristigen Erwartungen korrigieren müssen, da die Geschäfte nicht so gut liefen wie erwartet. © dpa/aerzteblatt.de

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