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Politik

Telenotarzt soll in Nordrhein-Westfalen landesweit eingeführt werden

Freitag, 17. Mai 2019

/dpa

Aachen – Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) macht sich für die lan­desweite Einführung des Aachener Telenotarzt-Modells stark, bei dem ein Notarzt in der Leitstelle Rettungssanitäter vor Ort unterstützt. „Dazu laufen derzeit auf unter­schied­li­chen Ebenen intensive Gespräche“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) gestern bei einem Besuch der Aachener Rettungsleitstelle.

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Die Besatzung eines Rettungswagens kann sich nach Angaben der Stadt Aachen jeder­zeit von einem Telenotarzt in der Zentrale unterstützen lassen. Der Notarzt ist durch eine Live-Schaltung in Bild und Ton, bei der auch Patientendaten übertragen werden, virtuell mit vor Ort und kann so eine erste medizinische Einschätzung abgeben.

„Ein Telenotarztsystem kann die Einsatzkräfte in Ihrer Arbeit optimal unterstützen und unser sehr gut funktionierendes Rettungssystem sinnvoll ergänzen“, sagte Laumann. Durch das Modell könnten mehr Notfälle durch einen Notarzt unterstützt und der fahren­de Notarzt gezielt für lebensbedrohliche Fälle eingesetzt werden, sagte der Ärztliche Leiter des Aachener Rettungsidentes, Stefan Beckers. Aachen nutzt das von der RWTH Aachen maßgeblich mitentwickelte System seit 2014. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #746306
MichaelKlug
am Montag, 20. Mai 2019, 06:58

Anspruch und Wirklichkeit

Grundsätzlich ist es zu begrüßen wenn den nicht-ärztlichen Mitarbeitern der Hilfsorganisationen vor Ort schnell und zuverlässig notärztliche Unterstützung am Einsatzort verfügbar gemacht wird, im digitalen Entwicklungsland Deutschland ist dies flächendeckend allerdings gerade an den Positionen wo es Sinn machen würde, kaum möglich.
Ich bin regelmäßig in einem Landkreis als Notarzt unterwegs, wo die Zeitdauer bis zum Eintreffen des NEF 20, 30 oder in Ausnahmefällen auch 40min beanspruchen kann. Gerade in diesen Gegenden ist eine mobile Telekommunikation kaum möglich. Das dienstliche D1-Netz hat ebenso wenig Netz wie alle anderen im deutschen Markt verfügbaren Mobilfunkanbieter, der Digitalfunk funktioniert leidlich und so ist man schon einmal gezwungen auf das Festnetztelefonie des Patienten zurückzugreifen um eine Anmeldung im Krankenhaus zu etablieren. Ohne endlich die überfällige und notwendige Infrastruktur zu schaffen, ist das Konzept hauptsächlich auf Regionen anwendbar, in denen die Anfahrtszeiten sowieso kürzer sind.
In Anbetracht der stetig sinkenden Fallschwere der Einsätze ist allerdings auch hier eher die ärztliche Absegnung von Behandlungen vor Ort von Patienten die entweder keine notfallmedizinische Erkrankung haben, nicht mit ins Krankenhaus wollen, den KV-Notdienst sprechen wollten, etc. , zu erwarten.
Bevor wir uns Gedanken darüber machen das Notarzt- oder auch nur das Rettungssystem weiter auszubauen, sollten wir uns über bessere Nutzung der vorhanden Ressourcen Gedanken machen.
Avatar #539999
klausenwächter
am Freitag, 17. Mai 2019, 17:35

Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter hat Erwartungen jenseits des Spektrums der Fachkräfte

In der Versorgungskette nimmt die Erwartung, daß der Telenotarzt zu einer schnelleren Versorgung des Patienten führt ab: Disponent > nichtärztliches Rettungspersonal > Notarzt > Pflege in der Notaufnahme > Arzt in der Notaufnahme. Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter steht somit mit seinen Erwartungen weit außerhalb des Vorstellungsbereiches der Fachkunde voran.
Quelle: Was erwarten Mitarbeiter der Notfallmedizin vom Telenotarzt?
Ergebnisse einer Befragungsstudie vor der Einführung eines Telenotarztes in Vorpommern-Greifswald, Fragebogen ESM2.
Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin

Autoren:
Dr. med. C. Metelmann, B. Metelmann, J. Bartels, T. Laslo, S. Fleßa, J. Hasebrook, K. Hahnenkamp, P. Brinkrolf
LNS

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