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Medizin

Hirngesteuertes Hörgerät erkennt Gesprächspartner

Freitag, 17. Mai 2019

/Axel Kock, stockadobecom

New York – Die Kopplung an Hirnelektroden könnte bei Hörgeräten die Unterdrückung von störenden Umgebungsgeräuschen verbessern. Ein in Science Advances (2019; doi: 10.1126/sciadv.aav6134) vorgestelltes Gerät erkennt, welchem Gesprächspartner sich der Träger gerade zuwendet.

Ein störender Nachteil von Hörgeräten ist, dass sie alle Umgebungsgeräusche mit verstärken. Für den Schwerhörigen ist es dann häufig schwierig, sich auf einen Gesprächspartner zu konzentrieren. Die „Noise Canceling“-Technik, mit der viele Hörgeräte inzwischen ausgestattet sind, löst das Problem nur teilweise. Sie kann zwar Hintergrund­geräusche abschwächen, die Sprechlaute werden jedoch unabhängig davon verstärkt, ob sie vom Gesprächspartner oder aus der Umgebung stammen. Dies kann in Räumen mit vielen Personen die Kommunikation sehr erschweren.

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Mit der modernen Erkennungssoftware ist es heute möglich, die Stimmen verschiedener Menschen zu unterscheiden und selektiv zu verstärken. Es gab derzeit aber noch keine Möglichkeit, dem Hörgerät mitzuteilen, mit wem sich der Träger gerade unterhält.

Diese Aufgabe könnte in Zukunft eine Analyse der Hirnstromkurven übernehmen. Ein Prototyp, den ein Team um Nima Mesgarani vom Mortimer B. Zuckerman Mind Brain Behavior Institute in New York jetzt vorstellt, hat sich in ersten Experimenten als zuverlässig erwiesen. Sein Nachteil ist, dass die Ableitung der Hirnströme mit einer Elektrode erfolgt, die (bei 2 Patienten) direkt auf der Hirnoberfläche implantiert wurde oder (bei einem Patienten) in das Hirnparenchym vorgeschoben wurde.

Hirnelektroden haben sich zwar (etwa zur Behandlung des Morbus Parkinson) als sicher erwiesen. Die meisten Nutzer von Hörgeräten dürften allerdings vor einer Trepanation zurückschrecken, die zur Implantation notwendig wäre. Mesgarani ist allerdings zuversichtlich, dass seine Software in Zukunft in der Lage sein wird, den Gesprächspartner auch über eine auf die Kopfhaut geklebte EEG-Elektrode zu erkennen. © rme/aerzteblatt.de

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