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Ausland

Kriminalermittler sollen Friedhof für Leichenexperimente bekommen

Montag, 20. Mai 2019

/Zitzke, stockadobecom

London – Ein Friedhof für die Analyse von Leichenteilen soll britischen Ermittlern dem­nächst bei der Aufklärung von Mordfällen helfen. Forscher könnte dort erstmals unter kontrollierten Bedingungen die Zersetzung menschlicher Überreste studieren, berich­tet das Fachjournal Nature.

Mit den Erkenntnissen könnten Experten später zum Beispiel anhand der Bakterien­ent­wicklung den Todeszeitpunkt besser bestimmen. Das sei mehr als 24 Stunden nach dem Tod bis heute schwierig. Studien an Tierkadavern seien nicht immer auf menschliche Überreste übertragbar.

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Das Projekt wird von der forensischen Anthropologin Anna Williams an der Universität von Huddersfield geleitet, die Pläne seien aber noch unter Verschluss. „Ich kann leider nichts über dieses Projekt sagen“, schrieb Williams auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die einzige solche Einrichtung in Europa gibt es nach ihren Angaben an der Universität von Amsterdam.

Solche Friedhöfe, auch „Body Farms“ genannt, gibt es seit Jahrzehnten in den USA. Körperteile werden dafür gespendet. Die Wissenschaftler untersuchen dann, wie sich Körper zersetzen, und welche chemischen Veränderungen sich dabei im Boden er­geben. Studien aus anderen Ländern sind nach Angaben von Nature nur bedingt nützlich, weil Boden- und Luftbeschaffenheit völlig anders sein könnten.

Die Zeitschrift zitiert auch eine Kritikerin. „Ich finde das Konzept grausig und makaber, und mein Unbehagen wächst, wenn ich eingeladen werde, solche Orte zu besuchen, als wären sie Touristenattraktionen“, sagte die forensische Anthropologin Sue Black von der Universität Lancaster. Unklar sei, ob bei der Untersuchung solcher Leichen­teile überhaupt allgemeingültige Erkenntnisse gewonnen werden könnten. © dpa/aerzteblatt.de

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