NewsHochschulenApp und Telefoncoaching sollen Alkoholikern helfen, trocken zu bleiben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

App und Telefoncoaching sollen Alkoholikern helfen, trocken zu bleiben

Montag, 20. Mai 2019

/Pawel Michalowski, stockadobecom

Nürnberg/Erlangen – Ärzte und Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wollen Alkoholkranken nach einem Klinikaufenthalt mit einer Kombination aus App und Telefoncoaching helfen, passende Angebote und Maßnah­men zu finden, um dauerhaft abstinent zu bleiben. Der Gemeinsame Bundesaus­schuss (G-BA) unterstützt das Projekt SmartAssistEntz mit rund 2,4 Millionen Euro.

Die Versorgungsforschung geht davon aus, dass bislang der überwiegende Teil der Alkoholiker nach erfolgtem Entzug keine weiterführenden Versorgungsangebote in Anspruch nimmt. Die Patienten haben daher in einer Phase mit besonders hohem Rückfallrisiko keine angemessene Unterstützung. „Genau an diesem Punkt wollen wir ansetzen, um das passende Anschlussangebot für jeden einzelnen zu finden“, sagte Matthias Berking, Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der FAU.

Anzeige

Das Konzept der Arbeitgruppe beruht auf einer App, die durch Telefonate mit einem Psychotherapeuten ergänzt wird. Die App bietet ein spezielles Training, das die Be­troffe­nen dabei unterstützt, dauerhaft auf Alkohol zu verzichten. In diesen Einheiten sollen die Patienten lernen, die eigene Motivation zu stärken, Suchtverlangen zu er­kennen, mit Risikosituationen umzugehen und die eigenen Ressourcen zu aktivieren.

Darüber hinaus identifiziert die App Angebote für die Zeit nach einem stationären Ent­zug. Gemeinsam mit einem Psychotherapeuten, dem eCoach, erarbeiten die Patien­ten in Telefon­gesprächen einen individuellen Plan mit Maßnahmen, die am besten zum jeweiligen Lebensumfeld passen. 

Die Wissenschaftler arbeiten für das Projekt modellhaft mit Kliniken und Beratungs­stellen im Raum Franken und München zusammen – eine Übertragung auf andere Regionen oder in die Regelversorgung ist aber möglich.

Gleichzeitig untersuchen sie die Effekte ihres Konzepts. Dafür vergleichen sie unter anderem das Rückfallrisiko innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Ent­zugs mit den in der Regelversorgung erzielten Effekten.

Dafür werden die Forscher Patienten, behandelnde Ärzte, Psychotherapeuten sowie Psychologen befragen und zudem Daten von Krankenkassen und der Rentenver­sicherung heranziehen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2019
Berlin – Die katholischen Krankenhäuser in Deutschland haben Bund und Ländern zu einem Investitionsprogramm für die Digitalisierung im Krankenhaus aufgerufen. In führenden Wirtschaftsbranchen wie der
Krankenhausverband wünscht sich Investitionsschub für Digitalisierung
17. Juni 2019
Berlin – Der Arzt und Pharmamanager Markus Leyck Dieken soll neuer Geschäftsführer der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte werden. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn
Arzt und Pharmamanager soll neuer gematik-Chef werden
17. Juni 2019
Düsseldorf – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) in ihrer jüngsten Sitzung erstmals Zahlen zur neuen Bedarfsplanungsrichtlinie vorgestellt,
Neue Bedarfsplanungsrichtlinie schafft keine zusätzlichen Ärzte
17. Juni 2019
Düsseldorf – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem Gesetzesmarathon beschäftigt, den die Bundesregierung derzeit im
KV Nordrhein kritisiert zunehmende Eingriffe durch den Gesetzgeber
14. Juni 2019
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat vorgeschlagen, versorgungsrelevante digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in ärztliche und nichtärztliche
IQWiG sieht Nachbesserungsbedarf beim Digitalgesetz
14. Juni 2019
Berlin – Der eTerminservice steht seit dem 25. Januar 2016 den Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) im Internet und im Sicheren Netz der KVen (SNK) zur Verfügung. Über erste
Mehr als 100.000 Praxen nutzen eTerminservice
14. Juni 2019
Cottbus – Für eine bessere medizinische Versorgung auf dem Land soll das Carl-Thiem-Klinikum-Cottbus künftig digitale Gesundheitsmodelle entwickeln. Der Gedanke dabei sei, altersgerechte Modelle
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER