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Politik

Physiotherapeuten drängen auf Akademisierung

Montag, 20. Mai 2019

/dpa

Köln – Der Deutsche Verband für Physiotherapie drängt darauf, dass auch Physiothe­ra­peuten künftig akademisch ausgebildet werden und verweist dafür auf den Gesetz­entwurf der Bundesregierung zur Reform der Hebammenausbildung. „Auch für die Physiotherapie ist ein Studium seit Jahren internationaler Standard – nur in Deutsch­land noch nicht. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, hieß es aus dem Verband.

Schon jetzt müssten Patienten teilweise lange Wartezeiten in Kauf nehmen, weil Phy­sio­therapeuten in der ambulanten Versorgung fehlten. Grund seien die ungünstigen Rahmenbedingungen für den Beruf des Physiotherapeuten. „In vielen Fällen fallen Kosten bis zu 15.000 Euro für die Ausbildung an und der Verdienst zum Berufsstart ist mit durchschnittlich 2.100 Euro brutto für eine Vollzeitstelle ebenfalls nicht überzeu­gend“, so der Verband. Eine Aufwertung sei daher dringend notwendig.

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Der Deutsche Verband für Physiotherapie erinnert daran, dass es bereits seit 2009 primärqualifizierende Modellstudiengänge für die Physiotherapie gibt. Diese Modell­studiengänge sollten nach Vorstellung des Verbandes nun zeitig zur Regel erhoben werden. Übergangsregelungen könnten festlegen, wie die bislang fachschulische Aus­bildung von Physiotherapeuten in eine hochschulische Ausbildung überführt werden könnte – ebenso wie bei den Hebammen.

„Es geht um die Attraktivität unseres Berufes und um eine Sicherung der therapeuti­schen Patientenversorgung“, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Andrea Rädlein.

Das Bundeskabinett hatte am 15. Mai eine Reform der Hebammenausbildung auf den Weg gebracht und ein duales Studiums für die Geburtshelferinnen beschlossen. 

Hebammen werden in Deutschland bisher an speziellen Schulen ausgebildet. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie umfasst theoretischen und praktischen Unterricht in Hebammenschulen und an Krankenhäusern.

Das kommende duale Studium soll sechs bis acht Semester dauern und mit einem Bachelor so­wie einer staatlichen Prüfung enden. © hil/aerzteblatt.de

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MITDENKER
am Donnerstag, 6. Juni 2019, 13:50

Entlohnung

Oha, 2100.- Brutto ist natürlich ein (schlechter) Witz. Und dann noch 15.000 Euro Schulgeld. Genau so züchtet man Personalknappheit...
LNS

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