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Personelle Konsequenzen nach Bluttest-Affäre

Montag, 20. Mai 2019

/angellodeco, stockadobecom

Heidelberg – In der Affäre um einen Bluttest auf Brustkrebs an der Universitätsklinik Heidelberg gibt es erste personelle Konsequenzen: Auf Empfehlung des Aufsichtsra­tes der Uniklinik hat deren Vorstand den Geschäftsführer der Technology Transfer Heidelberg (TTH), Markus Jones, bereits vergangene Woche von seinen Aufgaben entbunden, wie die Uniklinik heute mitteilte.

Die Freistellung könne aber zurückgenommen werden. Die mehrheitlich der Klinik ge­hörende TTH ist für Ausgründungen von Unternehmen aus dem Klinikum zuständig. Sie ist zu 48,63 Prozent an der für die Vermarktung des Bluttests gegründeten Hei­screen GmbH beteiligt. Zuvor hatte die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet.

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Hintergrund ist eine umstrittene PR-Kampagne, die den neuen Bluttest mit einer bal­digen Marktreife beworben hatte. Experten hatten daraufhin kritisiert, dass viel zu früh und entgegen wissenschaftlichen Gepflogenheiten an die Öffentlichkeit gegangen worden war. Bei Frauen könnten womöglich falsche Hoffnungen geweckt worden sein. Auch wurden wichtige Kennwerte des Tests zunächst nicht genannt.

Zur Begründung des Schrittes verwies das Wissenschaftsministerium, dessen Vertre­terin den Aufsichtsrat des Klinikums leitet, auf die Funktionen von Jones: Er ist ehe­maliger Geschäftsführer von Heiscreen und bisher Geschäftsführer von TTH sowie Geschäftsbereichsleiter Recht und Drittmittelmanagement der Klinik. In letzterer Funktion sei er auch für Erfindungen und Lizenzen zuständig. Er sei in die aktuelle Aufklärung der Sachverhalte verwoben und daher könnten Interessenskonflikte be­stehen, betonte das Ministerium.

Nach der umstrittenen PR-Kampagne ermittelt auch die Schwerpunktstaatsanwalt­schaft für Wirtschaftskriminalität in Mannheim – allerdings ist unklar gegen wen. Zu Einzelheiten und den konkreten Straftatbeständen gibt es bislang keine Angaben. © dpa/aerzteblatt.de

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