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Als Arbeitgeber online präsent und attraktiv sein

Donnerstag, 23. Mai 2019

/Gorodenkoff, stockadobecom

Berlin – Employer Branding, Medienkooperationen, Sexyness und digital dating – solche Begriffe fielen unter anderen im Rahmen des Vortrages „Krankenhäusern on­line ein Gesicht geben“ auf dem Hauptstadtkongress in Berlin. In der anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, worauf Kliniken sich zukünftig einstellen sollten.

Marc Raschke, Kommunikationschef des Uniklinikum Dortmunds, berichtete von einer Live-Sprechstunde auf Facebook und Instagram, in de­ren Rahmen Angestellte des Klinikums aus ihrem Berufsalltag erzählen, medizinische Sachverhalte erklären oder Tipps zu gesundheitlichen Themen geben. Die Videos werden von Pressemitteilungen flankiert und anschließend auf Youtube hochgeladen.

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Eine weitere Aktion zur Mitarbeitergewinnung nahm ebenfalls ihren Weg über die So­zialen Netzwerke. Raschke und sein Team drehten gemeinsam mit jungen Angestell­ten ein Video, das einen Werbeclip von Volvo zur Vorlage hat. In diesem steht der Schauspieler Jean Claude van Damme auf den Seitenspiegeln zweier Trucks und wird durch das Auseinanderdriften der Fahrzeuge in einen Spagat gebracht.

Im Video des Klinikums Dortmund macht eine Krankenschwester genau das gleiche – allerdings zwischen zwei Krankenhausbetten, die von Bundesfreiwilligen geschoben werden. Die Intention: junge Menschen für einen Bundesfreiwilligendienst gewinnen.

Dem Haus über die Mitarbeitenden ein Gesicht geben – wie wichtig nicht nur das Image eines Unternehmens sondern auch Anreize über das Gehalt hinaus sind, machte Anja Lüthy, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Brandenburg, deutlich. Große Unternehmen wie DATEV oder Zalando böten ihren Angestellten Mitarbeiter-Apps und Chill-Zonen und machten den Arbeitsort attraktiv.

„Zufriedene Mitarbeiter sind gerne Botschafter ihres Unternehmens.“ Sie plädierte dafür, eine Kultur aufzubauen. Und diese Kultur müsse entsprechend kommuniziert werden – über die Unternehmenswebseite, ein Karriereportal oder die Sozialen Me­dien. Junge Bewerberinnen und Bewerber wollten sich in ein Unternehmen verlieben und dessen Werte spüren, so Lüthy.

Jobportal und Parship in einem: Dieses Konzept hat sich die österreichische Plattform Whatchado zu eigen gemacht. Sie bringt laut Oliver Eger, Head of Business Develop­ment des Unternehmens, Professionelle und junge Erwachsene zusammen und soll eine Orientierung auf dem Weg ins Berufsleben geben. Als „Handbuch des Lebens“ bietet die Plattform Videos von Angestellten unterschiedlicher Branchen, die aus ihrem Berufsalltag erzählen und Einblick in ihre Profession geben. Egers Appell auch an Entscheider in Kliniken: „Ihr habt die Mitarbeiter, nutzt die Geschichten.“

Die Diakonie geht den Weg des Geschichtenerzählens bereits mit einer eigens ins Leben gerufenen Kampagne, bei der Blogger über die Diakonie als Arbeitgeberin berichten. Maja Schäfer, verantwortlich für die Onlinestrategie des Trägers, stellte auf dem Hauptstadtkongress diese und andere Aktionen vor ­– so auch die Zusammen­arbeit mit einem Influencer, der über seine Social-Media-Kanäle Aufmerksamkeit für die Diakonie schafft. Sein Video erhielt in vier Wochen 65.000 Aufrufe; im Vergleich dazu erreichte ein Video der Diakonie nur die Hälfte dieser Klickzahlen verteilt auf acht Jahre.

Für Aktionen und Ansätze wie diese sei eine Voraussetzung entscheidend, meinte abschließend Raschke: das Vertrauen der Vorgesetzten und den Freiraum, neue Wege zu gehen. © kk/aerzteblatt.de

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