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Medizin

Neue Technik vermeidet Komplikationen beim Katheteraustausch der Mitralklappe

Mittwoch, 22. Mai 2019

Links: Die Abbildung zeigt, wie eine Transkatheter-Mitralklappenimplantation ohne LAMPOON das native anteriore Mitralklappenblatt verdrängt und eine LVOT-Obstruktion verursacht. Rechts: Nach LAMPOON wird das LVOT-Hindernis reduziert. /Jaffar M. Khan and the Laboratory of Cardiovascular Intervention, led by Dr. Robert J. Lederman

Bethesda/Maryland – US-Kardiologen haben ein Verfahren entwickelt, das eine häufige Komplikation bei der Katheterimplantation einer Mitralklappe vermeidet. Erste klinische Erfahrungen mit dem LAMPOON-Verfahren wurden jetzt im Journal of American College of Cardiology (JACC 2019; doi: 10.1016/j.jacc.2019.02.076) vorgestellt.

Die Implantation von Aortenklappen über einen Katheter ist als TAVI mittlerweile ein Routineeingriff. Die Entwicklung einer ähnlichen Behandlung für die Mitralklappe gestaltet sich schwieriger. Es gibt zwar eine Reihe von Klappenmodellen, die ähnlich wie bei der TAVI über eine defekte Mitralklappe gestülpt werden und dann deren Funktion übernehmen könnten. Die Situation ist jedoch anatomisch komplizierter.

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Ein Problem ergibt sich aus der Nähe der Mitralklappe zur Aortenklappe. Das vordere Segel der ursprünglichen Mitralklappe kann nach dem Platzieren der neuen Klappe den linksventrikulären Ausflusstrakt verlegen, was den Transport des Blutes in die Aorta blockiert und mit dem Leben nicht vereinbar ist.

Die Lösung, die sich Forscher am National, Heart, Lung, and Blood Institute Bethes­da/Maryland ausgedacht haben, ist im Prinzip simpel. Sie besteht im Zerschneiden des vorderen Segels, dessen beide Schnittkanten nach der Implantation der neuen Klappe auseinanderweichen und einen Blutfluss durch die Maschen des Klappengestells ermöglichen.

Technisch ist dies jedoch ohne Operation nur schwer zu bewerkstelligen. Das von Jaffar Khan und Mitarbeitern vorgestellte Verfahren erfordert den gleichzeitigen Einsatz von 2 Herzkathetern. Der erste Katheter durchbohrt das Segel in der Nähe seiner Basis. Der andere Katheter wird durch die Klappenöffnung auf die Hinterseite des Segels geführt. Dort verbinden sich beide Katheter zu einem elektrischen Schneidewerkzeug, das das Segel in 2 Hälften durchtrennt.  

Im Rahmen einer offenen Studie wurde das LAMPOON-Verfahren („laceration of the anterior mitral valve leaflet to prevent LVOT obstruction“) an 30 Patienten erprobt, denen aufgrund des hohen Alters (median 76 Jahre) oder wegen eines schlechten Allgemeinzustands eine offene Herzoperation nicht mehr zuzumuten war.

Jaffar Khan, Arzt im Cardiovascular Intervention Program am NHLBI, diskutiert die Entwicklung von LAMPOON- und BASILICA-Verfahren. /youtube, NHLBI

Laut Khan überlebten alle Patienten den Eingriff und 28 Patienten (93 %) auch die ersten 30 Tage nach der Behandlung. Bei 22 Patienten war die Katheterbehandlung auf Anhieb erfolgreich, bei 3 Patienten war eine weitere Behandlung zum Verschluss einer paravalvulären Leckage erforderlich.

Die Forscher hoffen, dass das LAMPOON-Verfahren die weitere klinische Entwicklung der TMVR („transcatheter mitral valve replacement“) vorantreibt, für die es einen großen klinischen Bedarf gibt, da viele ältere Patienten mit Defekten der Mitralklappen für eine Operation zu schwach sind. © rme/aerzteblatt.de

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