NewsMedizinFrauen mit Schlafapnoe erkranken häufiger an Krebs als Männer
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Frauen mit Schlafapnoe erkranken häufiger an Krebs als Männer

Mittwoch, 22. Mai 2019

/Paolese, stockadobecom

Thessaloniki/Griechenland – Frauen mit einer obstruktiven Schlafapnoe waren in einer Querschnittstudie im European Respiratory Journal (2019; doi: 10.1183/13993003.00091-2019) häufiger an Krebs erkrankt als Männer.

Die obstruktive Schlafapnoe, deren Prävalenz wegen der Zunahme von über­gewichti­gen und fettleibigen Menschen steigt, wird mit einer Reihe von Gesundheits­risiken in Verbindung gebracht. Dazu gehören neben einer vermehrten Tages­müdigkeit (und einem erhöhten Unfall- und Verletzungsrisiko) auch ein Anstieg des Blutdrucks, kognitive Störungen und Schlaganfälle sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Allgemeinen.

Anzeige

Seit Kurzem wird auch ein erhöhtes Krebsrisiko diskutiert. Danach sollen die häufigen Abfälle der Sauerstoffsättigung auf unter 90 %, die mit den nächtlichen Atem­aussetzern verbunden sind, die Entwicklung und Wachstum von Krebstumoren fördern. Bewiesen ist dies nicht, und nicht alle epidemiologischen Studien haben eine entsprechende Assoziation gefunden.

Jetzt hat ein Team um Athanasia Pataka von der Aristoteles Universität in Thessaloniki die „European Sleep Apnoea Database“ ausgewertet, an der sich 37 Schlaflabore in Europa (in Deutschland Berlin, Gießen, Hamburg, Mainz) beteiligen. Von den 19.556 Patienten, 13.767 Männer und 5.789 Frauen, waren 388 (2 %) an Krebs erkrankt. Die Prävalenz war bei den Frauen mit 2,8 % höher als bei den Männern, von denen laut den Krankenakten 1,7 % an Krebs litten. Das allein beweist natürlich wenig, da auch Menschen ohne OSA an Krebs erkranken.

Ein gewisser Hinweis ergibt sich daraus, dass Frauen häufiger an Krebs erkrankt waren als Männer und dass das Risiko bei den Frauen mit dem Schweregrad der nächtlichen Hypoxien zunahm, die im Schlaflabor genau untersucht werden können. Pataka war außerdem in der Lage, eine Reihe anderer Krebsrisiken wie BMI, Alter, Raucherstatus und Alkoholkonsum auszuschließen. Andere Einflüsse wie körperliche Aktivität, Familienstand, Bildungsniveau und Beruf konnte die Studie dagegen nicht berücksichtigen.

Die häufigste Krebsart bei Frauen war Brustkrebs, während Männer mit obstruktiver Schlafapnoe am häufigsten am Prostatakrebs erkrankt waren. Interessanterweise traten die Tumore häufiger bei Patienten auf, die nicht übergewichtig waren. Eine Querschnittstudie kaum hier allerdings nicht zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden. Eine Gewichtsabnahme ist eine häufige Begleiterscheinung von Krebserkrankungen. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. Juni 2019
Mainz – In Deutschland fehlen nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) Schlaflabore oder schlafmedizinische Ambulanzen. Die Wartezeiten seien sehr
Schlafmediziner weisen auf Mangel an Schlaflaboren hin
4. April 2019
Duisburg/Essen – 9 von 10 Patienten mit Demenz leiden in einer altersmedizinischen Krankenhausumgebung an Atemaussetzern (Apnoe) im Schlaf. Das berichten Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der
Apnoe im Schlaf häufiges Phänomen bei Demenzpatienten
22. März 2019
München – Rund 14 Prozent aller Männer und sieben Prozent der Frauen leiden unter einem Schlafapnoe-Syndrom (SAS). Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hingewiesen. In den meisten
Viele Behandlungsmöglichkeiten beim Schlafapnoe-Syndrom
28. November 2018
Berlin – Nur fünf Prozent der schnarchenden Menschen erkennen, dass womöglich ärztliche Hilfe angebracht ist. Das zeigt eine heute veröffentlichte forsa-Umfrage für die Initiative „Deutschland schläft
Nur wenige Schnarcher denken an ärztliche Hilfe
14. September 2018
Newcastle-under-Lyme – Britische Hausarztpatienten, bei denen eine obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert wurde, hatten in den Folgejahren ein erhöhtes Risiko, an Gicht zu erkranken. Dies geht aus
Obstruktive Schlafapnoe als Gichtrisiko
25. Mai 2018
Seattle – Die langfristige Anwendung der kontinuierlichen Überdrucktherapie (Continuous Positive Airway Pressure, CPAP) bei obstruktiver Schlafapnoe wirkt sich auch positiv auf die sexuelle
CPAP-Beatmung verbessert sexuelle Lebensqualität nur bei Frauen mit Schlafapnoe
10. April 2018
Boston – Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom verunglücken häufiger als andere Menschen im Straßenverkehr. Auch eine Schlafdauer von weniger als 7 Stunden war in einer Studie in BMC Medicine mit
LNS
Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER