NewsPolitikKlimaschutz braucht breites Bündnis
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Klimaschutz braucht breites Bündnis

Mittwoch, 22. Mai 2019

/buchachon, stockadobecom

Heidelberg – Klimaschutz gelingt nur im engen Zusammenspiel von Bund, Land und Kommunen – bei der internationalen Klimakonferenz in Heidelberg haben Vertreter aller staatlichen Ebenen den Schulterschluss geübt.

Nach Auffassung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) liegt der Fokus im Kampf gegen die Erderwärmung auf den Städten. Sie seien für mehr als 60 Pro­zent des C02-Ausstoßes verantwortlich und verbrauchten 70 Prozent der global ver­fügbaren Energie. 2050 würden 70 Prozent der Menschen in Städten leben. „Sie sind Teil des Problems und wichtiger Teil der Lösung“, betonte Schulze bei der International Conference on Climate Action (ICCA2019).

Anzeige

Auch Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) unterstrich die Schlüsselrolle der Kommunen beim Klimaschutz. Nationale Parlamente könnten Energiewende, Mobilitätswende, nachhaltiges Bauen und Wohnen anschieben. „Um­gesetzt werden kann es nur vor Ort in den Regionen und Kommunen.“ Das Bundes­umweltministerium nannte die Programme für Gebäudesanierung und Radwegeaus­bau als Beispiele für vom Bund geförderte kommunale Projekte.

Kretschmann warnte davor, den Klimawandel und seine Folgen zu unterschätzen. Wenn nicht entschieden gegengesteuert werde, sei mit naturwissenschaftlicher Gewissheit mit Hitzewellen, Wasserknappheit oder Ernteausfällen zu rechnen. „Mit Naturgesetzen kann man nicht verhandeln.“

Teile Mittel- und Südamerikas, Afrikas und Südasiens würden ohne sofortiges Handeln kaum noch zu bewohnen sein. Das sei extrem ungerecht, hätten doch diese Regionen am allerwenigsten zum Klimawandel beigetragen. Schließlich würde der Klimawandel zu Katastrophen, Kriegen und Flüchtlingsströmen führen.

Auch die jungen Besucher der Konferenz zeichneten ein düsteres Bild der Zukunft. Mitglieder der Bewegung „Fridays for future“ sowie Besucher des „Youth Climate Summit“ betonten, die Klimawende sei kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für ihr Über­leben. Die jungen Menschen sprachen sich für eine sofortige CO2-Abgabe, das Abschalten aller Kohlekraftwerke bis 2030 und das Erreichen der Klimaneutralität bis 2035 aus. Deutschland stehe als viertgrößter Treibhausgasverursacher weltweit in der Pflicht.

Die Bundesregierung werde 2019 zum Jahr des Handelns für den Klimaschutz machen, unterstrich Schulze. Sie nannte ein geplantes Gesetz für den vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 und den Ausbau der er­neuer­­baren Energien. Das Ziel sei, die Erderwärmung nicht nur bei zwei Grad anzu­halten, sondern schon bei 1,5 Grad – gemessen am vorindustriellen Level. „Für einige Länder und für viele Millionen Menschen wird das einen existenziellen Unterschied machen.“

Die Ergebnisse des zweitägigen Treffens von Klimaschützern aus aller Welt sollen in den UN-Klimagipfel im Herbst in New York einfließen. Es ist eine Abschlussresolution mit Signalwirkung geplant. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Juli 2020
Berlin – Ein wissenschaftliches Beratergremium der Bundesregierung hat deren eher kurzfristig ausgerichtetes Konjunkturpaket in der Coronakrise als klimapolitisch ungenügend kritisiert. Die durch das
Regierungsberater kritisieren Konjunkturpaket mit Blick auf den Klimaschutz
7. Juli 2020
Moskau – Klimaforscher sind besorgt wegen der in Sibirien und im äußerten Osten Russlands wütenden Waldbrände und Rekordtemperaturen. Allein im Juni hätten die Brände geschätzt 59 Megatonnen
Forscher besorgt wegen Bränden und Temperaturrekorden in Sibirien
1. Juli 2020
New York – Angesichts der fortschreitenden Klimakrise macht Deutschland einen Vorstoß für ein entsprechendes Frühwarnsystem bei den Vereinten Nationen (UN). Die UN müsse in die Lage versetzt werden,
Deutschland will UN-Frühwarnsystem für Kampf gegen Klimakonflikte
22. Juni 2020
Halle/Brüssel – Im Kampf gegen den Klimawandel sprechen sich die deutschen Wissenschaftsakademien für einen einheitlichen und stabilen Preis für jeglichen Ausstoß von Kohlendioxid in Europa aus. Ein
Klimaschutz: Wissenschaftler für allgemeinen CO2-Preis in Europa
11. Mai 2020
Berlin − Die Unionsfraktion bremst die Klimaschutzambitionen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus. Merkel hatte sich kürzlich in ihrer Rede beim Petersberger Klimadialog hinter die
Unionsfraktion bremst Merkels Klimaschutzambitionen aus
6. Mai 2020
Wageningen − Wenn der Ausstoß der Treibhausgase nicht gemindert wird, könnten in 50 Jahren 3,5 Milliarden Menschen unter großer Hitze leiden. Sie würden in Gebieten leben, in der die jährliche
Ein Drittel der Weltbevölkerung könnte 2070 unter großer Hitze leiden
4. Mai 2020
Berlin – Beim ersten Onlineparteitag der Grünen haben die Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck am vergangenen Samstag in der Coronakrise den Schwerpunkt auf soziale Fragen, Klimaschutz und
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER