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Ausland

Rettung auf dem Mittelmeer sollte Priorität haben

Freitag, 24. Mai 2019

/dpa

Berlin – Beim Umgang mit der Migration über das Mittelmeer drängt das UN-Flücht­lingskommissariat auf Fortschritte nach der Europawahl. „Jeder weitere Tag, der ver­streicht, kostet die Leben von Männern, Frauen und Kindern“, sagte Dominik Bartsch, UNHCR-Repräsentant in Deutschland. „Wie immer das EU-Parlament und die Kom­mission aussehen werden, die Rettung von Menschenleben muss Priorität haben.“

„Im letzten Jahr starben im Mittelmeer 2.277 Menschen“, beklagte Bartsch. „Es ist, als wenn mehr als ein Dutzend voll besetzter Boeings abstürzen und alle an Bord sterben, aber niemanden kümmert es so recht.“

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Zudem müsse es für die Geretteten einen verbindlichen Verteilschlüssel unter den EU-Ländern geben, verlangte Bartsch. „Das Geschacher, wenn 30 oder 40 Menschen auf den Booten festsitzen und niemand hilft, ist Europas unwürdig.“ Es müsse eine klare Regelung geben, wer die Asylgesuche prüft. Dabei dürften die Mittelmeerländer nicht allein gelassen werden.

Das bedeute nicht, dass alle Geretteten dauerhaft aufgenommen werden müssten. „Aber zumindest muss jeder das Recht haben, seinen Fall vorzutragen – und nicht er­trinken zu müssen.“ Bartsch lobte die Solidarität Deutschlands und anderer europäi­scher Länder, erinnerte aber auch daran, dass 85 Prozent der Flüchtlinge von armen Ländern aufgenommen würden.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 kamen mehr als eine Million Menschen über das Mittelmeer nach Europa, 3.771 starben. Seither sanken die Zahlen, nach UNHCR-Angaben auf rund 116.600 Menschen und 2.277 Tote und Vermisste.

Im laufenden Jahr kamen bis zum 21. Mai 18.408 Menschen über das Mittelmeer, 500 werden vermisst. Hinzu kommen jeweils noch Migranten, die über die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in die EU gelangen. © dpa/aerzteblatt.de

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