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Ärzteschaft

Angedachte Honorarkürzung für Praxisinhaber ohne TI stößt auf Kritik

Donnerstag, 23. Mai 2019

/Leonid, stockadobecom

Bochum – Lob und Kritik an dem Referentenentwurf des Gesetzes für eine ver­besser­te Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale Versorgung Gesetz, DVG) hat das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin verteilt.

Das Zentrum konstatiert, dass das geplante Gesetz „sehr überraschende Antworten“ enthalte – „Antworten, die durchaus mit für unumstößlich gehaltenen Routinen im Ge­sundheitswesen brechen“, so das ZTG. Es nennt dafür zum Beispiel einen Anspruch der Versicherten auf digitale Gesundheitsanwendungen und deren Zulassungspro­zess. 

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„Das DVG macht in puncto Zulassung eine Tür auf und das ist richtig so. Gute Anwen­dungen müssen den Weg in die Regelversorgung finden, ohne jahrelange Zu­lassungs­­­ver­fahren zu drehen“, sagte Michael Schwarzenau, Aufsichtsratsvorsitzen­der der ZTG und Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Überdenken sollte man aber die angedachte Honorarkürzung von 2,5 Prozent für ärztliche Praxis­inhaber, die ab März 2020 noch nicht an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen seien. Zögerliche Anbindung sei oftmals keine Frage der Motivation, sondern der technischen Verfügbarkeit. „Akzeptanz entsteht aus erlebtem Nutzen, nicht durch Druck und Bestrafung“, so Schwarzenau.

An die Finanzierung der IT-Infrastruktur in den Kliniken erinnerte Matthias Blum, Mit­glied im ZTG-Aufsichtsrat und Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nord­rhein-Westfalen. „Wir brauchen dringend einen Digitalpakt Krankenhaus. Bund und Land sollten angelehnt an das gleichnamige Milliardenprogramm für Schulen auch Fördermittel für die Digitalisierung der Krankenhäuser zur Verfügung stellen“, sagte er.

Deutliche Zustimmung zu dem Gesetzentwurf kommt von der AOK. „Mit der Anbin­dung der Krankenhäuser und der Apotheken und weiterer Akteure an die Telematik­infrastruktur wird die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen deutlich Fahrt aufneh­men. Das wird die sektorenübergreifende Kommunikation ohne Medienbrüche deutlich vereinfachen“, sagte Tom Ackermann, Mitglied im ZTG- Aufsichtsrat und Vorstands­vor­sitzender der AOK Nordwest. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 23. Mai 2019, 22:23

Auf den Mann hätte man hören können - scheint Ahnung zu haben

„Akzeptanz entsteht aus erlebtem Nutzen, nicht durch Druck und Bestrafung“
Wo er Recht hat, hat er Recht.

Was wohl passiert, wenn man statt auf Nutzengewinne auf Druck und Bestrafung setzt - ich weiß es nicht. Da der Gesetzgeber mit der 1%-Honorarkürzung ab Jan 2019 und 2,5% ab März 2020 bestraft, werden wir es demnächst wissen.
Avatar #752363
psychbrwg
am Donnerstag, 23. Mai 2019, 21:39

TI teuer und bisher fragwürdig

Die Kosten müssen vorgelegt werden, bei 2000-3000€ eine Frechheit. Patient*innen können nicht bestimmen, welche Daten auf der Karte landen, ganz oder gar nicht. Die Datensicherheit ist für mich weiterhin ein Athens: Was, wenn Personen des öffentlichen Lebens gezielt Karten gestohlen und ausgelesen werden? Da habe ich noch mehr Orwell- oder The Circle-Fantasien.
LNS

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