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Ausland

Viele Niederländer schieben Entscheidung zur Organspende auf

Freitag, 24. Mai 2019

/dpa

Den Haag – Während Deutschland noch über eine Reform der Organspende debattiert, wird schon in einem Jahr jeder Niederländer automatisch zum Spender, falls er keinen Widerspruch einlegt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat sich bis jetzt aber noch nicht aktiv für oder gegen eine Organspende entschieden, wie die Statistikbehörde des Nachbarlandes gestern mitteilte.

Im zentralen Spenderregister, in das jeder volljährige Bewohner der Niederlande ab Mitte kommenden Jahres automatisch aufgenommen wird, hatten sich zu Jahresbe­ginn 42 Prozent der Bevölkerung registriert. 31 Prozent davon widersprachen einer Organ­spen­de, elf Prozent überließen die Entscheidung Angehörigen oder einer Ver­trauensperson, während die übrigen einer Organspende teils mit Einschränkungen zustimmten.

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Künftig wird jeder Bewohner im Register als Spender erfasst, solange er sich nicht mit einem Widerspruch bei den Behörden meldet. Das Parlament hatte die Regelung im Februar 2018 nach langer Debatte nur mit knapper Mehrheit angenommen.

Die Reformpläne sehen auch in Deutschland ein zentrales Register vor. Strittig ist, ob es eine Zustimmungslösung mit einer aktiven Willensbekundung für eine Organspende geben soll, oder eine Widerspruchslösung. Dabei würden – wie in den Niederlanden – alle Volljährigen automatisch als Organspender gelten. Möglich wäre dann der Wider­spruch der Betroffenen oder die Aufnahme der Verpflichtung, bei Angehörigen nachzu­fragen. © dpa/aerzteblatt.de

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