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Medizin

Asthmamittel Benralizumab kann COPD-Exazerbationen nicht verhindern

Freitag, 24. Mai 2019

/magicmine, stockadobecom

Philadelphia – Obwohl bei vielen Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eosinophile Granulozyten an der Entzündung der Atemwege beteiligt sind, hat die Behandlung mit Benralizumab, das diese Zellen effektiv beseitigt, in 2 großen Phase-3-Studien keine Wirkung erzielt. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine (2019; doi: 10.1056/NEJMoa1905248) vorgestellt.

Der monoklonale Antikörper Benralizumab bindet an einer Untereinheit des Interleukin-5-Rezeptors, der vor allem von eosinophilen Granulozyten gebildet wird. Die Folge ist eine Zerstörung der Zellen durch das Immunsystem mittels ADCC („antibody dependent cellular cytotoxicity“). Benralizumab ist seit dem letzten Jahr als Reservemedikament zur Behandlung des schweren eosinophilen Asthmas zugelassen, wo es in den Zulassungsstudien eine gute Wirkung erzielt hat.

Dies hat dazu geführt, dass Benralizumab auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen getestet wird, an denen eosinophile Granulozyten beteiligt sind. Dazu gehört auch die COPD. Etwa 40 % der Patienten entwickeln eine eosinophile Entzündung, die mit einem erhöhten Risiko auf Exazerbationen verbunden ist. Der Hersteller von Benralizumab hat deshalb in zwei komplementären Phase-3-Studien (GALATHEA und TERRANOVA) prüfen lassen, ob COPD-Patienten, bei denen eine inhalative Behandlung mit 2 oder 3 Wirkstoffen Exazerbationen nicht verhindert hatte, von einer zusätzlichen Behandlung mit Benralizumab profitieren.

An den beiden Studien nahmen 3.910 Patienten teil, von denen 2.665 eine Konzentration von mehr als 220/ml3 Eosinophile im Blut hatten, was auf eine Beteiligung der Zellen an der Entzündung der Atemwege hinweist. Die Patienten erhielten zunächst alle 4 Wochen, später alle 8 Wochen eine subkutane Injektion mit Benralizumab in 3 verschiedenen Dosierungen (10, 30 oder 100 mg) oder Placebo. Die Dosis lag damit teilweise über den zur Behandlung des eosinophilen Asthmas zugelassenen 30 mg. Primärer Endpunkt war die Häufigkeit der Exazerbationen im Vergleich zu Placebo.

Wie Gerard Criner von der Temple University in Philadelphia und Mitarbeiter jetzt mitteilen, wurde in keiner Dosierung eine signifikante Reduktion der Exazerbationen erzielt, obwohl es zu einem deutlichen Rückgang der Eosinophilen im Blut kam.

In der GALATHEA-Studie kam es unter der Behandlung mit Benralizumab in der 30-mg-Dosierung zu 1,19 und in der 100-mg-Dosierung zu 1,03 Exazerbationen pro Jahr gegenüber 1,24 Exazerbationen in der Placebogruppe. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren nicht signifikant.

In der TERRANOVA-Studie betrugen die Exazerbationsraten unter der Behandlung mit 10 mg, 30 mg und 100 mg Benralizumab 0,99 pro Jahr, 1,21 pro Jahr und 1,09 pro Jahr. Auch hier bestand kein Unterschied zur Placebogruppe mit 1,17 Exazerbationen pro Jahr.

Die Ergebnisse stehen im Gegensatz zu den Erfahrungen mit dem Antikörper Mepolizumab, der den Botenstoff Interleukin 5 neutralisiert und damit im Prinzip einen ähnlichen Wirkungsmechanismus hat. Mepolizumab, das ebenfalls zur Behandlung des eosinophilen Asthmas zugelassen ist, hat in den Studien METREX und METREO die Zahl der Exazerbationen bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) mit eosinophilem Phänotyp gesenkt (NEJM 2017; 377: 1613-1629). Mepolizumab ist jedoch nicht in dieser Indikation zugelassen. © rme/aerzteblatt.de

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