NewsMedizinPestizide können Blutdruck von Kindern erhöhen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Pestizide können Blutdruck von Kindern erhöhen

Freitag, 24. Mai 2019

/dpa

San Diego – Jedes Jahr vor dem Muttertag steigt bei Kindern in ländlichen Regionen von Ecuador der Blutdruck. Dies ist jedoch weniger auf die sentimentale Mutter-Kind-Beziehung in dem lateinamerikanischen Land zurückzuführen als auf den Einsatz von Pestiziden in den Blumenplantagen, wie in einer Studie in Environmental Research (2019; doi: 10.1016/j.envres.2019.05.030) herauskam.

Ecuador gehört zu den größten Blumenanbaugebieten der Welt. Jedes Jahr vor Muttertag ist Hochsaison. Es geht darum, möglichst zum Stichtag makellose Rosen für die Märkte in Nordamerika, Europa und Asien zu produzieren. Dies gelingt nur unter dem intensiven Einsatz von Insektiziden, Fungiziden und anderen Pflanzenschutz­mitteln.

Forscher der San Diego School of Medicine untersuchen in der ESPINA-Studie („Estudio de la Exposición Secundaria a Plaguicidas en Infantes, Niños y Adolescentes“) seit Jahren, welche Auswirkungen der intensive Einsatz von Pestiziden auf die Gesundheit von Kindern hat, die in der Nähe der Plantagen aufwachsen.

313 Jungen und Mädchen im Alter von 4 bis 9 Jahren wurden in den ersten 100 Tagen nach der Ernte wiederholt medizinisch untersucht. In einer früheren Studie hatten Jose Suarez-Lopez und Mitarbeiter bereits herausgefunden, dass die Leistungen der Kinder in einem neuropsychologischen Entwicklungstest (NEPSY) in den ersten Tagen nach dem Muttertag schlechter sind als zu einem späteren Zeitpunkt. Die Forscher führen dies vor allem auf die Exposition mit Organophosphaten zurück, die als Nervengifte gegen Insekten eingesetzt werden, möglicherweise aber auch schädliche Wirkungen auf das Gehirn der Kinder haben.

In der aktuellen Studie haben die Forscher die Auswirkungen auf den Blutdruck untersucht. Organophosphate könnten, da sie die Acetylcholinesterase hemmen und dadurch die Konzentration des Neurotransmitters Acetylcholin steigern, zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Nach der Blumenernte, wenn keine Pestizide mehr benötigt werden, würde der Blutdruck wieder sinken.

Genau dies konnten die Forscher jetzt in ihrer aktuellen Analyse der ESPINA-Studie zeigen. In den ersten 80 Tagen nach Muttertag waren sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck höher als bei den Nachuntersuchungen, die 91 bis 100 Tage nach dem Muttertag stattfanden. Laut Suarez-Lopez hatten die Kinder in den ersten Wochen nach dem Muttertag dreimal häufiger einen Blutdruck, der die Kriterien der Hypertonie erfüllte. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Freitag, 24. Mai 2019, 18:51

Der Splitter im Auge des anderen

Die Medizin tut ja geradeso, als ob sie den Menschen keine Nebenwirkungen verursachen würde.
LNS

Nachrichten zum Thema

2. Juni 2020
San Francisco – Zahlreiche US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat haben Bayer in eine schwere Krise gebracht. Der Leverkusener Agrarchemie- und
Erstes US-Glyphosat-Urteil gegen Bayer wird in Berufung verhandelt
31. März 2020
Kansas City – Bayer hat sich mit US-Sammelklägern auf einen Vergleich im Rechtsstreit um angeblich irreführende Vermarktung von Unkrautvernichtern mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat geeinigt.
Bayer akzeptiert Vergleich in US-Rechtsstreit wegen irreführender Vermarktung
6. März 2020
Leverkusen/San Francisco – In den USA ist ein weiterer wichtiger Prozess gegen den Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter verschoben
Glyphosatklagen: Nächster US-Prozess gegen Bayer verschoben
24. Februar 2020
Berlin – Das von der Bundesregierung seit längerem in Aussicht gestellte Verbot glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel für Privatanwender soll noch in diesem Jahr kommen. Das zeigt eine Antwort
Glyphosatverbot für private Gärten soll dieses Jahr kommen
18. Februar 2020
Brüssel – Nach dem Verbot des Pflanzenschutzmittels Chlorpyrifos in der Europäischen Union (EU) sollen demnächst auch keine Früchte mit Rückständen der Chemikalie mehr verkauft werden dürfen. Das gilt
EU-Staaten für Importverbot für Obst mit Spuren von Chlorpyrifos
14. Februar 2020
Amsterdam – Die internationalen Rheinstaaten haben sich auf eine Säuberung des Rheins von Medikamentenresten, Pestiziden und anderen chemischen Stoffen verständigt. In den nächsten 20 Jahren sollen
Staaten wollen Rhein von Medikamenteresten und Pestiziden säubern
10. Februar 2020
Whippany/Leverkusen – Bayer hat wie angekündigt auch gegen das dritte US-Gerichtsurteil im Glyphosat-Rechtskonflikt Berufung eingelegt. Die Kläger hätten bei dem Prozess keine ausreichenden Beweise
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER