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Politik

Deutsches Rotes Kreuz in Hessen kämpft mit Fachkräftemangel

Freitag, 24. Mai 2019

/dpa

Wiesbaden – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Hessen kämpft mit einem Fach­kräftemangel in den Pflegeeinrichtungen und beim Rettungsdienst. „Die Pflege macht uns die größten Sorgen“, sagte Präsident Norbert Södler. Die Situation sei bei der Pflege sogar noch etwas dramatischer als bei den Rettungsdiensten.

Es gebe zwar die Zusage des Bundes, mehr Stellen zu finanzieren. Es fehle aber an den Menschen, diese Stellen in der Pflege zu besetzen, erklärte Södler. Im Durch­schnitt dauere das mehrere Monate. Der hessische DRK-Landesverband setze daher auf die Möglichkeit, künftig auch Fachkräfte aus Drittstaaten zu gewinnen. Speziell im Fokus seien Menschen aus asiatischen Ländern wie Vietnam und Thailand.

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Grundvoraussetzung neben einer entsprechenden beruflichen Qualifikation seien für diese Fachkräfte auch Sprachkenntnisse, betonte der Präsident des Landesverbands. „In der Pflege ist es unumgänglich, dass gewisse Sprachkenntnisse vorhanden sind.“

Pilotversuche mit Pflegekräften aus Osteuropa und Spanien hätten dagegen nicht den gewünschten Erfolg gebracht. In diesen Ländern sei die Pflegeausbildung höher als in Deutschland und mit einem Universitätsabschluss vergleichbar, erklärte Södler. Mit Aufgaben wie der Körperpflege seien diese Menschen aber nicht vertraut gewesen.

Bei den Rettungsdiensten sei der Fachkräftemangel beim DRK nicht ganz so drama­tisch. Für die neue Ausbildung zum Notfallsanitäter gebe es aber ebenfalls zu wenige Bewerber, sagte Södler. Deswegen wolle das Deutsche Rote Kreuz verstärkt auch um Flüchtlinge für diese dreijährige Ausbildung, aber auch für das Ehrenamt werben. Dabei sei die Sprachbarriere auch etwas weniger wichtig als im Pflegebereich.

2018 hatte das Deutsche Rote Kreuz in Hessen nach eigenen Angaben mehr als 600.160 Einsätze und Krankentransporte. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #750471
Kaffeetasse
am Samstag, 1. Juni 2019, 13:54

Sprache ist das A und O

Vollkommen unabhängig in welchem Bereich die Migranten eingesetzt werden sollen, Sprache ist das A und O. Insbesondere für alte Menschen gibt es mithin nichts schlimmeres, als seine Bedürfnisse nicht mitteilen zu können, da sie schlicht nicht verstanden werden.
Und was passiert, wenn man Fachkräfte, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, eigenverantwortlich einsetzt, kann man tagtäglich in unseren Notaufnahmen sehen. Da sind selbst Ärzte keine Ausnahme mehr, die weder eine vernünftige Anamnese erheben geschweige einen halbwegs korrekten Arztbrief verfassen können. Eine Patientenübergabe ist nur in Babysprache oder mit Händen und Füßen möglich. Aber Sprache ist nicht so wichtig...
Ist das das Niveau, auf dem zukünftig unsere „Spitzenmedizin“ aufbauen soll?
Avatar #773001
dirk112
am Donnerstag, 30. Mai 2019, 00:25

Södler hält Sprachkenntnissen im Rettungsdienst für weniger wichtig als in der Pflege

Mir persönlich ist die Kompetenz des Herrn Södler in Sachen präklinischer Notfallmedizin nicht bekannt, ich möchte sie auch nur in soweit in Frage stellen, daß sich Herr Södler sicherlich nur unbeabsichtigt nicht mit dem für seinen Verband, das Deutsche Rote Kreuz, in Hessen so immens wichtigen Berufsbildes des Notfallsanitäters / der Notfallsanitäterin beschäftigt hat um so eine, wie ich finde nicht besonders clevere Aussage, Sprachkenntnisse seien für Notfallsanitäter weniger Wichtig als in der Pflege, zu treffen. Sicherlich auch nur rein Zufällig ist ihm nicht bekannt, daß die Ausbildungs und Prüfungsordnung für Notfallsanitäter u. a. im Staatsexamen, das innerhalb der praktischen schriftlichen und mündlichen Prüfung aus 3 Teilen besteht, die allesamt bestanden werden müssen : 1 Fachkunde, 2 Recht, 3 Kommunikation, Deutschkenntnisse, nahezu auf muttersprachlichem Niveau, unerlässlich sind und das Staatsexamen ohne diese nicht bestanden werden kann. Ganz abgesehen davon das zu Beginn dieser Ausbildung der Schüler den Schulabschluss mindestens der Mitleren Reife oder höherwertig nachweisen muss. In der praktischen Tätigkeit, teils unter widrigsten Umständen, zu allen Tages-und Nachtzeiten, der/die Notfallsanitäter (in) in der Lage sein muss Annamnesen zu erheben, er/sie muss zwingend hierbei stets alle Leitlinien des Pyramidenprozesses kompetent umsetzen nach ABCDE Regeln arbeiten und reflektierend kommunizieren und kompetent Handeln. Wie soll das bitte ein Migrant mit schlechten Deutschkenntnissen tun können. Ich würde Herrn Södler vorschlagen, bevor er in der hochrenomierten Ärztezeitung druckreife Kommentare abgibt, sich erst einmal mit einem seiner eigenen hervorragenden ausgebildeten Notfallsanitätern im DRK Rettungsdienst Hessen zu unterhalten und sich Sach und Fachkundig zu machen. Damit wäre eine versachlichung der Personaldiskussion in Rettungsdienst und Pflege wirklich geholfen.
Der Präsident eines DRK Landesverband muss sicherlich nicht über alles in seinem Landesverband informiert sein, doch wenn er zu Grundsatzfragen der Rot Kreuzarbeit, und dazu zählt der Rettungsdienst in Hessen mit mehreren Tausend hauptamtlichen, der Presse Rede und Antwort steht, sollte er nicht nur Representieren er sondern auch fachlich Kompetent Informieren können.
DIRK WAGNER Notfallsanitäter
LNS

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