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Politik

Referenzdatenbank für Medikationsplan geplant

Freitag, 24. Mai 2019

/Tyler Olson, stockadobecom

Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will den Medikationsplan ver­einheitlichen und mit einer Referenzdatenbank hinterlegen. Das geht aus einer Ergän­zung zum Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) hervor, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt, und die noch in den Referentenentwurf eingefügt werden soll. Auf die Ärzte könnten dadurch neue Kosten zukommen.

Derzeit haben Versicherte, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwen­den, Anspruch auf einen Medikationsplan. Aber offenbar werden diese aus Sicht des Ministeriums nicht einheitlich genug geführt. Das BMG will mit dem Vorstoß nun bundesweit einheitliche Vorgaben machen.

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„Bei der Abbildung von Arzneimitteldaten in Medikationsplänen sind im Hinblick auf Wirkstärke, Wirkstoff und Darreichungsform einheitliche Daten zu verwenden“, heißt es in der Begründung zu der Ergänzung. Eine vom BMG zu benennende Stelle, die auch in privatwirtschaftlicher Hand liegen könne, soll die entsprechenden Daten „in einer all­ge­mein zugänglichen Referenzdatenbank zur Verfügung“ stellen. Die Rege­lung diene „der optimierten Nutzung des Medikationsplans und damit der Verbesse­rung der Arznei­mittel­therapie­sicherheit“.

Was genau mit dem Begriff Referenzdatenbank gemeint ist, erläutert das Ministerium nicht. Es dürfte sich aber um eine Art Verzeichnis handeln, das alle Arzneimittel ein­heitlich und umfassend auflistet und das vor allem Verwechselungen ausschließen soll.

In der Referenzdatenbank müssen die Angaben für die Wirk­stoffe, die Darreichungs­formen und die Wirkstärken angegeben sein. Diese müssen sich laut Ergänzung mit den Zulassun­gen, Registrierung und den Genehmigungen für das Inverkehrbringen der jeweiligen Arzneimittel in Einklang befinden.

Darüber hinaus seien die Schreibweisen der Bezeichnungen „im Benehmen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu vereinheitlichen und patientenverständlich zu gestalten, sodass Verwechslungen ausgeschlossen sind“. Vor der erstmaligen Bereit­stellung der Daten sei zudem das „Benehmen mit der für die Wahrnehmung der wirt­schaftlichen Interessen gebildeten maßgeblichen Spitzenorganisationen der pharma­zeutischen Unternehmer herzustellen“. Die Datenbank soll der Ergänzung zufolge „regel­mäßig, mindestens jedoch 14-­tä­gig“ aktualisiert werden.

Vorgesehen ist auch, dass der Betreiber der Referenzdatenbank für die gewerbs- oder berufsmäßige Nutzung „kostendeckende Entgelte“ verlangen darf. Das könnte bedeu­ten, dass alle, die im Gesundheitswesen an Medikationsplänen beteiligt sind und die Referenzdatenbank nutzen müssen, dafür bezahlen müssten. Auf die Kosten dazu geht der Antrag allerdings nicht ein.

Unter Erfüllungsaufwand findet sich lediglich ein Hinweis darauf, dass Ärzte und Apo­theker mit einem höheren Einsatz an Personalkosten durch den Anspruch der Ver­si­cherten auf Erstellung und Synchronisation der Notfalldaten und des Medikationsplans rechnen müssen.

„Der durchschnittliche Zeitaufwand für die Aktualisierung des Medi­kationsplans wird auf etwa sechs bis sieben Minuten geschätzt. Hieraus ergeben sich Personal­kosten in Höhe von 5,33 bis 6,22 Euro pro Aktualisierung“, heißt es in der Ergänzung. Die durchschnitt­li­che Fallzahl der vorzunehmenden Aktualisierungen sowie die Verteilung dieser Tätig­keit auf Apotheken oder Praxen könne derzeit nicht geschätzt werden. © may/aerzteblatt.de

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