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Medizin

Experten raten von Hormonbehandlung bei Erwachsenen mit leichten Schilddrüsen­problemen ab

Montag, 27. Mai 2019

/Axel Kock, stockadobecom

Löwen – Ärzte sollten Erwachsenen mit einer leicht unteraktiven Schilddrüse (subkli­nische Hypothyreose) nicht routinemäßig Schilddrüsenhormone anbieten. Diese Auf­fassung vertritt ein Autorenteam in einer Clinical Practice Guideline Mitte Mai im British Medical Journal (BMJ; doi: 10.1136/bmj.l2006).

Diese Form der Schilddrüsenunterfunktion betrifft den Autoren zufolge bis zu etwa 5 % der erwachsenen Bevölkerung, aber 10 bis 15 % der älteren Menschen. „Während einige Menschen überhaupt keine Symptome haben, können andere leichte Anzei­chen von Müdigkeit, schlechter Laune und Gewichtszunahme zeigen, die mit der Er­krankung zusammenhängen können oder auch nicht“, schreiben sie.

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Eine subklinische Hypothyreose lasse sich nur durch einen Bluttest nachweisen. Im Vereinigten Königreich ließen etwa 25 % der Erwachsenen jedes Jahr Schilddrüsen­funktionstests durchführen. Die Richtlinien empfehlen Hormone für Menschen mit TSH-Werten über 10 mIU/L.

Epidemiologische Daten zeigen laut den Autoren, dass sich die Hormonbehandlung  bei Subkliniker-Hypothyreose von 1996 bis 2006 verdoppelt habe.

Das Autorenteam hat nach eigenen Angaben mehr als 20 Studien mit zusammen rund 2.200 Teilnehmer analysiert, um die Auswirkungen der Schilddrüsenhormonbe­hand­lung gegen Placebo bei Erwachsenen mit subklinischer Hypothyreose zu erfassen und Empfehlungen für die klinische Praxis zu entwickeln.

Sie geben eine starke Empfehlung gegen Schilddrüsenhormone für fast alle Erwachse­nen mit subkliniker Hypothyreose ab, „da es keine Vorteile einer Behandlung bei Müdigkeit, schlechter Stimmung, Gewichtszunahme oder anderen getesteten Er­gebnissen gab“, so die Autoren.

Die Empfehlung gegen die Hormongabe gelte allerdings nicht für Frauen, die versuch­ten, schwanger zu werden, oder für Patienten mit besonders hohen TSH-Werten (über 20 mIU/L). Auch Patienten mit schweren Symptomen oder Personen unter 30 Jahren nehmen die Autoren aus.

„Künftige Forschung sollte untersuchen, ob es eine nicht identifizierte Gruppe von Patienten gibt, die von einer Behandlung profitieren könnten“, berichten die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #765299
Paul-a
am Dienstag, 28. Mai 2019, 19:16

Dr.med. Paul Alexy

Was heißt hier "subklinische Hypothyreose", wenn man symptomatisch ist?
Ich dachte, subklinische Hypothyreose ist ein asymptomatischer Laborbefund.
Avatar #594506
lupus1955
am Dienstag, 28. Mai 2019, 08:54

i.E. richtig anwenden

es mU/L keine mlU/L
Avatar #761947
Zurück zur Natur
am Dienstag, 28. Mai 2019, 07:04

Alternative Therapie

Was jetzt noch fehlt ist der Hinweis auf die Therapie mit Jod, Selen, Eisen, Zink, Vitamin D, L-Thyrosin usw.
LNS

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