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Verbundprojekt will Versorgung bei eingeschränkter DNA-Reparatur verbessern

Freitag, 24. Mai 2019

/science photo, stockadobecom

Hannover – Therapien für Menschen, die aufgrund einer genetischen Veränderung Schäden am Erbgut nicht ausreichend reparieren können, entwickeln Wissenschaftler und Ärzte in einem neuen überregionalen Verbundprojekt.

DNA-Schäden treten bekanntlich auch bei gesunden Menschen häufig auf und wer­den normalerweise unbemerkt korrigiert. Funktioniert dies nicht, haben die Betroffenen ein drastisch erhöhtes Krebsrisiko.

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„Besonders dramatisch ist dies, weil gängige Krebstherapien oft viele lebensbedroh­li­che Nebenwirkungen hervorrufen können. Diese Patienten mit Erbgut-Reparatur-De­fekten benötigen daher spezifische Krebstherapien“, erläuterte Christian Kratz, Leiter der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). 

Wissenschaflter, Ärzte und Patientenvertreter verschiedener Hochschulen entwickeln jetzt im Rahmen des Konsortiums „Translationale Forschung für Personen mit abnor­mer DNA-Reparatur“ neue Versorgungsstrategien für die Patienten. Der Verbund wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als zwei Millio­nen Euro für drei Jahre gefördert und besteht aus neun Einzelprojekten.

Geplant ist unter anderem, eine Onlineplattform aufzubauen, über die Ärzte, Wissen­schaftler und Patienten Informationen verbreiten, Daten eingeben und Beratungen anbieten können. Das Konsortium arbeitet darüber hinaus daran, die psychosoziale Unterstützung für die Patienten und deren Familien zu verbessern und die Mechanis­men der Syndrom- und der Krebsentstehung weiter zu erforschen. Ziel ist unter ande­rem, Krebserkrankungen mittels verschiedener Verfahren früher, sicherer und scho­nender zu erkennen. 

Konkret widmet sich das Konsortium elf Erkrankungen: Ataxia telangiectasia, Bloom-Syndrom, konstitutionelle Mismatch-Reparatur-Defizienz, DNA-Ligase-IV-Syndrom, Dyskeratosis congenita, Fanconi-Anämie, Li-Fraumeni-Syndrom, Nijmegen-Breakage-Syndrom, Rothmund-Thomson-Syndrom, Werner-Syndrom und Xeroderma pigmen­tosum. © hil/aerzteblatt.de

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