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Medizin

E-Zigaretten: Aromen können das Risiko von Herz­erkrankungen erhöhen

Dienstag, 28. Mai 2019

E-Ziagretten mit verschiedenen Aromen /kurgu128, adobe.stock.com
/kurgu128, adobe.stock.com

Stanford – Aromaliquids für E-Zigaretten können das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Stanford University School of Medicine in einer Studie mit Zellkulturen, die im Journal of the American College of Cardiology publiziert wurde (2019; doi: 10.1016/j.jacc.2019.03.476).

Die Wissenschaftler um den Direktor des Stanford Cardiovascular Institute, Joseph Wu, hatten die Wirkung von 6 E-Liquid-Geschmacksrichtungen (Obst, Tabak, süßer Tabak mit Karamell und Vanille, süßer Butterscotch, Zimt und Menthol) mit unterschiedlichem Nikotingehalt (0,6 und 18 mg/ml) auf Endothelzellen untersucht, die das Innere von Blutgefäßen auskleiden. Zum einen setzten sie Endothelzellen direkt den Liquids aus, zum anderen nutzten sie Blut, das E-Zigarettenbenutzern kurz nach dem Dampfen entnommen wurde.

In beiden Fällen zeigte sich, dass Endothelzellen weniger lebensfähig waren und Symptome einer Dysfunktion auftraten. Sie wiesen zudem deutlich erhöhte Konzentrationen von Molekülen auf, die an DNA-Schäden und Zelltod beteiligt sind. Außerdem konnten die Zellen schlechter neue Gefäße bilden und die Wundheilung unterstützen.

Zimt und Menthol besonders schädlich

Dabei variierte das Ausmaß der Schäden zwischen den Geschmacksrichtungen. Während einige Liquids nur mäßig toxisch für Endothelzellen waren, erwiesen sich mit Zimt und Menthol aromatisierte Liquids als besonders schädlich. Die Lebensfähigkeit der Zellen verringerte sich signifikant, selbst wenn kein Nikotin vorhanden war. Die mit Karamell und Vanille aromatisierten Liquids störte ebenfalls das Wachstum, allerdings nicht so stark.

Zellen, die Zimtliquids, Karamell- und Vanillearomen ausgesetzt waren, nahmen verstärkt Lipoproteine und Lipide niedriger Dichte auf – Prozesse, die üblicherweise mit Entzündungen und endothelialer Dysfunktion in Verbindung gebracht werden und zudem die Fähigkeit, Wunden zu heilen, mindern. „Diese Studie zeigt deutlich, dass E-Zigaretten keine sichere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten sind“, schlussfolgert der Professor für kardiovaskuläre Medizin und Radiologie, Wu.

Vergleichbarer Nikotingehalt im Blut

Schließlich verglichen die Forscher den Nikotingehalt im Blutserum von Menschen, nachdem sie E-Zigaretten inhaliert hatten, mit denen von Menschen, die traditionelle Zigaretten geraucht hatten. Schon nach 10 Minuten erreichten die Nikotinmengen im Blut bei beiden Gruppen ein ähnliches Niveau.

„Wenn Menschen eine traditionelle Zigarette rauchen, haben sie ein Gefühl dafür, wie viele Zigaretten sie rauchen", sagt Wu. E-Zigaretten hingegen könnten irreführend sein. „Es ist viel einfacher, sich über einen kürzeren Zeitraum einem viel höheren Nikotin­gehalt auszusetzen.“ © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #731292
cis2000
am Montag, 26. August 2019, 22:06

E-Zigaretten: Aromen können das Risiko von Herz­erkrankungen erhöhen

wir sollten Zucker, Salz, Fett usw. meiden. Was bleibt einem Menschen noch? Die Krankenkasse zu kündigen?
MfG
Avatar #731292
cis2000
am Montag, 26. August 2019, 22:00

E-Zigaretten: Aromen können das Risiko von Herz­erkrankungen erhöhen

Hallo,
Ok! Wenn sie mal das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können, lassen sie es uns wissen. Ich bin ganz Ohr!
MfG
Avatar #715180
DrSchnitzler
am Sonntag, 11. August 2019, 11:28

... über die Schädlichkeit von E-Zigaretten läßt sich durchaus diskutieren...

Hierzu:
http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/07/claim-that-vaping-causes-heart-attacks.html

ZITAT: »In fact, he found that on average, "the heart attacks preceded first e-cigarette use by almost a decade."«

Was ich bis heute nicht verstehe:
- Beim "Dampfen" kommen (jenseits des Nikotins) zT alltäglich gebräuchliche Substanzen (Glycerin, Wasser, Aromen aus dem Lebensmittelhandel) und bei alltäglich üblichen Temperaturen (ca. 200°C) zur Anwendung, die in der Nahrung in teils größenordnungsmäßig höheren Mengen zugelassen sind (der Unterschied zwischen Inhalieren und Ingestieren ist dem Unterzeichner durchaus bekannt). Von daher will mir beim besten Willen nicht einleuchten, was denn einem RAUCHER (!) daran im Vergleich zur Zigarette (!) schaden soll. Will man denn ERNSTHAFT suggerieren, beides stünde – klinisch – auch nur annähernd auf vergleichbar schädlichem Niveau?

- Zur Belästigung von Mitmenschen mW immer noch die Feststellung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR, Stellungnahme Nr. 013/2008): „Eine maßgebliche Belastung der Innenraumluft mit Schadstoffen wird bei Verwendung von elektronischen Zigaretten, die nikotinhaltige Lösungen vernebeln, nicht erwartet“. WARUM BITTE ist also nicht einmal das (ggf. nikotinfreie) Dampfen zB in der deutschen Bahn erlaubt?

- Sind bspw. Zellkulturen oder Tierversuche in der Tat geeignet, eine Schädlichkeit hierzu nachzuweisen, oder geben sie nicht vielmehr ggf. Hinweise auf eine potentielle "Unschädlichkeit"?

- Als "passionierter Pfeifenraucher" frage ich mich schon, womit denn gerechtfertigt wäre, dass ich LEBENSLANG als "Nichtraucher" eingestuft werde (allfällige Risikolebensversicherungen; Inoue-Choi 2016), wenn all das derart dramatisch gefährlich sein soll. Oder ob sich hier nicht eine Art übereifriger Fanatismus zeigt, der sich durch jedes noch so kleine Wölkchen provoziert fühlt.

- Wo bleibt eigentlich der suggerierte ("versprochene"?) Rückgang bspw. von Herzinfarkten nach der Verbannung des Rauchens aus nahezu allen öffentlichen Räumen? Außer Bremen nix gewesen?

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg
Avatar #765496
maurerm
am Donnerstag, 30. Mai 2019, 16:51

Danke für den Beitrag und schrecklicher Kommentar

Zum einen danke für die Studie und danke für die kurze tolle Zusammenfassung. Leider hat hier jemand einen sehr kurzsichtigen Kommentar geschrieben. Er stellt die direkte Bedampfung der Endothelzellen und die Schlussfolgerung aus der Betrachtung der sich darunter veränderten Zellen und deren Stoffwechsel als ziemlich dilettantisch dar. Es tut mir sehr leid wenn er oder sie aus einer Zusammenfassung der Studie negatives auf das Gesamtkonzept und deren Schlussfolgerungen schliesst. Also bitte erst nachlesen und ggf. nachfragen bevor man sich zu so einer harten Äusserung hinreissen lässt. Finde ich, aber natürlich darf man wie immer anderer Meinung sein! Trotzdem danke für diesen Kommentar!
Avatar #768146
Vapoon
am Mittwoch, 29. Mai 2019, 09:46

Stellungnahme zur Studie (von Dr. Konstantinos Farsalinos)

Viel mehr muss man wohl kaum dazu sagen: http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/whats-new/2019/270-cin-heart
Avatar #768146
Vapoon
am Dienstag, 28. Mai 2019, 23:22

Eine erschreckende Studie

Nicht das Ergebnis dieser Studie ist dabei allerdings erschreckend, sondern die Studie an sich.
Es werden Endothelzellen direkt mit Liquid in Kontakt gebracht und daraus Schlussfolgerungen über die Schädlichkeit des Dampfens gezogen. Ernsthaft?

Ich glaube, den Endothelzellen der Blutgefäße ist es ziemlich egal, ob die Aromastoffe aus dem Magen oder aus der Lunge kommen.
Daher sollte, wer hier tatsächlich auf eine Schädlichkeit schließt, auch vor Zimtsternen und Mentholbonbons warnen.

Zitat: "Diese Studie zeigt deutlich, dass E-Zigaretten keine sichere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten sind."
Nein, sie zeigt, dass man sich Liquid nicht intravenös verabreichen sollte, mehr nicht. Das sollte man aber mit vielen anderen Dingen (Cola, Kaffee, Limonade, ect.) auch nicht tun.

Welche Ziele Joseph Wu und Kollegen mit dieser Studie verfolgt haben, kann man nur mutmaßen. Mit Sicherheit waren es jedoch nicht Wissensgewinn und sachliche Aufklärung.

Es ist bedauerlich, dass diese mehr als dürftige Studie im Aerzteblatt derart unreflektiert wiedergegeben wird.
LNS

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