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Ärzteschaft

Montgomery kritisiert Spahns Reformpläne

Montag, 27. Mai 2019

Frank Ulrich Montgomery /dpa

Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) vorgeworfen, mit mehreren geplanten Reformen die Sicherheit der Patienten zu gefährden. „Ärztliche Kernaufgaben sollen schrittweise an Berufe ausgelagert werden, die dafür nur unzureichend ausgebildet sind“, sagte Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Montgomery sprach sich unter anderem gegen den Plan von Spahn aus, Apothekern künftig Grippeschutzimpfungen zu erlauben. Impfen müsse eine ärztliche Aufgabe bleiben, da vorher der Gesundheitszustand abgeklärt werden müsse und es die Gefahr von Komplikationen direkt bei der Impfung gebe, sagte Montgomery. „Alles andere gefährdet die Bevölkerung.“

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Auch die Reform der Hebammenausbildung kritisierte Montgomery scharf. Es sei zu befürchten, dass die geplante Akademisierung den akuten Mangel an Hebammen vor allem in den Kreißsälen noch verstärken werde. „Wir brauchen die Hebammen am Bett und nicht in der Verwaltung“, sagte der BÄK-Präsident.

Kritik übte Montgomery auch an der Ausbildungsreform für Psychotherapeuten. „Absolventen der neuen Studiengänge dürfen psychisch Kranke behandeln, obwohl sie in der Ausbildung kaum praktische Erfahrungen gesammelt haben. Das ist unverantwortlich“, sagte er.

Es fehle ein Praktisches Jahr, wie es das im Medizinstudium gebe, oder zumindest ein Praxissemester. „Mit dieser Schrumpf-Ausbildung darf niemand auf Patienten los gelassen werden“, warnte er. © kna/aerzteblatt.de

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