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Politik

Finanzspritze für Pflegedienste in Niedersachsen

Montag, 27. Mai 2019

/dpa

Hannover – Das niedersächsische Sozialministerium legt ein Förderprogramm für ambulante Pflegedienste im ländlichen Raum neu auf. Sie könnten jährlich maximal 40.000 Euro zum Beispiel für Projekte zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beantragen, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) heute in Hannover.

Für die Jahre 2019 bis einschließlich 2022 stehen insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Es gehe darum, den Diensten etwas Luft zu verschaffen, um sich besser zu organisieren, sagte Reimann. Die Pflegekammer Niedersachsen hatte vor kurzem gewarnt, die ambulante Pflege stehe vor dem Kollaps, weil unter anderem Wegepau­schalen nicht ausreichend refinanziert würden.

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Nach Angaben des Landesamts für Statistik Niedersachsen arbeiteten am 15. Dezem­ber 2013 insgesamt 32.144 Menschen in den zugelassenen ambulanten Pflegediens­ten in Niedersachsen. Davon waren 14.408 Personen Pflegefachkräfte, wie die Pfle­ge­­­kammer mitteilte.

„Es ist keine Not-Finanzhilfe“, sagte die Ministerin zu dem neuen Programm. Die Pflegekassen seien dafür zuständig, Tariflöhne und Wegezeiten auskömmlich zu finanzieren. Sie habe sich sehr dafür eingesetzt, dass Wegezeiten besser refinanziert werden.

Aus Sicht von Reimann muss die Pflegeversicherung auf Bundesebene reformiert werden. „Es braucht einen Steuerzuschuss wie in anderen Sozialversicherungen auch“, sagte sie. Zurzeit bekämen nicht alle Menschen in Niedersachsen sofort den Pflegedienst, den sie sich wünschten, räumte die SPD-Politikerin ein.

Das Programm zur Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum war von Reimanns Vorgängerin 2016 ins Leben gerufen worden. In den ersten drei Jahren standen jährlich sogar sechs Millionen Euro zur Verfügung, mit denen mehr als 500 Projekte gefördert wurden.

Zum Beispiel erhielten die Pflegekräfte des Caritas-Pflegedienstes in Nordhorn Tab­lets, die die Dokumentation der Pflegeleistungen erleichterten. Die Digitalisierung er­möglichte außerdem einen besseren Austausch mit Haus- und Fachärzten.

Der Fachkräftemangel sei in ländlichen Regionen besonders stark, sagte die Ministe­rin. „Wir haben eine Abwanderung von jungen Leuten in die Ballungszentren zu verzeichnen.“ Im Landkreis Osnabrück ging deshalb die Caritas-St. Antonius Pflege eine Kooperation mit einer Schule ein: Schüler erhielten einen Einblick in das Berufs­feld. Darüber hinaus präsentierte sich der Pflegedienst als Arbeitgeber auf Ausbil­dungsmessen und im Internet. © dpa/aerzteblatt.de

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