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Sportmedizinische Vorsorge­untersuchungen auch bei Nachwuchsathleten notwendig

Montag, 27. Mai 2019

/contrastwerkstatt, stockadobecom

Jena – Nachwuchsathleten im Kindes- und Jugendalter trainieren häufig 15 Stunden oder mehr pro Woche. „Dies führt im Wachstumsalter zu hohen Belastungen des Be­wegungsapparates und Herz-Kreislauf-Systems, die oft die Grenzen der Verträg­lichkeit erreichen“, warnt die Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische Sport­medizin (GOTS). Regelmäßige sportmedizinische Untersuchungen der Jugendlichen seien deshalb unabdingbar.

„Voraussetzungen für die sportmedizinisch-orthopädische Vorsorgeuntersuchung von Jugendlichen sind gutes Wissen der anatomischen Wachstumsbesonderheiten, der speziellen Verletzungsbilder und Risikofaktoren im Kindes- und Jugendalter sowie der sportartspezifischen Bewegungsabläufe und Beschwerdemuster“, erklärt der GOTS-Experte Christian Nührenbörger.

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Die Untersuchungen seien bei Nachwuchsleistungssportlern bei der Aufnahme in Leistungskader oder auf Sportschulen zu empfehlen. Je nach sportartspezifischer Trainingsbelastung sollten diese Untersuchungen jährlich erfolgen. Abhängig von Sportart und Belastung könnten diese Untersuchungen bereits im Alter um zehn Jahre beginnen.

Ziele der Untersuchung sind laut Fachgesellschaft die Erfassung von Funktionsstö­rungen und Anomalien des Bewegungsapparates, von akuten Sportverletzungen und beginnenden Sportschäden, die Beurteilung der körperlichen Sporttauglichkeit und das Erkennen von Kontraindikationen. „Daraus ableitend sollte es konkrete Empfeh­lungen zur Vermeidung (Prävention) beziehungsweise Behandlung von orthopädi­schen Überlastungsschäden für den Sportler geben“, hieß es aus der Fachgesell­schaft.

Auch die internistische Beurteilung ist laut GOTS wichtig: „Sie sollte ab etwa 12 bis 15 Jahren, bei Mädchen und Jungen gleichermaßen, erfolgen“, rät Axel Urhausen, Chef du Service de Médecine du Sport et de Prévention von der Clinique du Sport – Centre Hospitalier de Luxembourg.

Bedeutsam seien die Eigen- und Familienanamnese, eine klinische Untersuchung mit Herzauskultation im Liegen und Sitzen/Stehen, die Erhebung der peripheren Pulse, die beidseitige Blutdruckmessung sowie in jedem Fall ein Ruhe-EKG. „Bei auffälligen Befunden sowie leistungssportlichen Aktivitäten vor allem in konditionell anspruchs­volleren Sportarten und bei Kadersportlern ist außerdem eine Echokardiographie und ein Belastungs-EKG sinnvoll“, so Urhausen. © hil/aerzteblatt.de

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