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Medizin

Prognose: Klimawandel bringt Malaria zurück nach Europa

Dienstag, 28. Mai 2019

Malariamücken (Anopheles maculipennis) /dpa

Augsburg – Die Malaria, die im letzten Jahrhundert aus Europa verdrängt wurde, könnte durch den Massentourismus wieder eingeschleppt und infolge des Klimawandels in einigen Regionen Europas endemisch werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in Parasites & Vectors (2019; doi: 10.1186/s13071-018-3278-6).

Die Malaria kann überall dort ausbrechen, wo es Anophelesmücken gibt. In Europa sind verschiedene Anophelesarten verbreitet. Seit den 1990er-Jahren ist es verschiedentlich zu einer lokalen Ausbreitung der Malaria gekommen. Die Ausbrüche waren jedoch nicht von Dauer, da die Saison, in der die Malariamücken aktiv sind, kurz ist und es kaum noch Sümpfe und Feuchtgebiete in der Nähe von Städten gibt, die einen kontinuierlichen Infektionszyklus aufrechterhalten könnten.

Dies könnte sich jedoch mit einer zunehmenden Klimaerwärmung ändern. In vielen Regionen könnte es wärmer werden und die Niederschläge in den Sommermonaten könnten zunehmen. Die Geographin Elke Hertig von der Universität Augsburg wagt jetzt eine Vorhersage. Grundlage ist das ungünstige RCP8,5-Szenario, das von einem Anstieg der globalen Temperatur um 4 °C bis 2100 ausgeht. In diesem Fall würden sich verschiedene Anophelesmücken über ganz Mitteleuropa bis nach Skandinavien ausbreiten. Am stärksten betroffen wären die Mittelmeerregion und der Balkan.

In den südlichen Regionen Spaniens und Siziliens könnte sich der Überträger nicht festsetzen, weil es dort zu trocken ist. Neben Wärme benötigen die Anophelesmücken Feuchtgebiete. Die Vermehrung erfolgt überwiegend in flachen Gewässern. Günstig für die Insekten sind laut Hertig vor allem die zu erwartenden wärmeren Frühlings­temperaturen und die kräftigeren Niederschläge in Sommer und Herbst. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #23372
pwin
am Mittwoch, 29. Mai 2019, 21:21

so schnell nicht...

Die Verbreitung der Anophelesmücke ist ubiquitär. Von den mehr als 400 Arten können rund 40 Malaria auf Menschen übertragen. In Deutschland sind z.Zt. sechs Anopheles-Arten beheimatet. Das Vorkommen der Malaria auf der Erde korreliert also nicht mit dem Vorkommen der Mücke! Die Feststellung: “Die Malaria kann überall dort ausbrechen, wo es Anophelesmücken gibt.” Ist somit -Gott sei es gedankt- falsch.
Die Verbreitung der Malaria entspricht der Durchschnittstemperatur-Verteilung auf der Erde, da die Entwicklung des Gametozyten zu Sporozoiten in der Mücke temperaturabhängig ist. Für das Plasmodium vivax etwa gilt: Bei Temperaturen unter 15 Grad Celsius vermehrt sich der Malaria-Erreger überhaupt nicht. Um einen endemischen Zyklus aufrecht zu erhalten wird eine Monate anhaltende Durchschnittstemperatur von wenigstens 16 Grad Celsius benötigt.
Fazit: Die Entwicklung des Erregers in der Mücke ist maßgeblich für eine endemische/epidemische Ausbreitung in Europa. Die Studie berichtet aber lediglich von der Ausbreitung des Vektors. Das ist sehr beruhigend !
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Mittwoch, 29. Mai 2019, 08:50

Klimawandel ist kein lineares an den CO2-Anstieg gekoppeltes Geschehen

Hinsichtlich des Klimawandels gehen viele davon aus, dass dieser eine Einbahn sei. Das wäre sicher dann der Fall, wenn das Kohlendioxid der einzige Faktor für die Erderwärmung sein würde. Das ist aber nicht der Fall. Wenn sich ein anderer Klimafaktor, die Aktivität der Sonne, ändert, dann könnte die Folge sogar eine Kaltzeit sein, wie sie im 17. Jahrhundert geherrscht hatte. Das war die Zeit, als Raiffeisen in einer klimatischen Ungunstlage in Deutschland als Bürgermeister wirkte. Damals herrschte in dieser klimatischen Ungunstlage infolge dieser Kaltzeit eine Hungersnot, welche Raiffeisen dazu bewogen hatte, dagegen etwas zu unternehmen.
Avatar #563560
Usaeule
am Dienstag, 28. Mai 2019, 23:12

Malariaeinschleppung

...durch MassenTOURISMUS-der war gut!
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