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Ärzteschaft

Doctors for Future rufen Ärzte zum Klimaschutz auf

Dienstag, 28. Mai 2019

/maybaum

Münster – Kurz vor der Eröffnung des 122. Deutschen Ärztetags haben Mediziner, darunter der Ärztetagsdelegierte Robin T. Maitra so­wie der Arzt und Medizin­journalist Eckart von Hirschhausen, mit der Initiative „Doctors for Future“ die deutsche Ärzte­schaft und die Bundesärzte­kammer (BÄK) dazu aufgerufen, sich verstärkt für den Klimaschutz einzusetzen.

Die Erderwärmung mit Hitze- und Flutkatastrophen, Hungersnöten und Extremwetter­er­eignissen bedrohe die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt. Dazu beitra­gen würden insbesondere die Bedrohung der Nahrungsressourcen durch Trockenheit und Überschwemmung, die rasante Abnahme der Biodiversität, Luftverschmutzung, Wasserknappheit und Hitzestress, begründet die Initiative.

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„Als Ärztinnen und Ärzte sind wir die Spezialisten für Krankheit und Gesundheit der Menschen, denen die Bevölkerung vertraut. Wir müssen uns als Ärzteschaft deshalb beharrlich und vernehmbar in den gesellschaftlichen Diskurs zur Erderhitzung ein­brin­gen“, heißt es in einem Flyer, den Doctors for Future vor der Halle verteilten. Ärzte seien angehal­ten, die Bedeutung des Klimaschutzes in Gesprächen mit Patienten anzusprechen. Doctors for Future riefen den Deutschen Ärztetag dazu auf, „ein deutliches und vernehmbares Zeichen für den Klimaschutz“ zu setzen.

Die Mediziner unterstützen dabei die „Fridays-for-Future“-Initiative von Schülern für den Klimaschutz. Die Organisatoren stellen seit Monaten Schul­streiks für den Um­weltschutz auf die Beine. Unterstützung gab es bereits von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), einem Netzwerk aus Ge­sund­­heits­berufen und Patientenvertretern, sowie der Bundesvertretung der Medizinstu­die­renden in Deutschland (bvmd).

„Es macht wenig Sinn, neue Medikamente und Therapien zu entwickeln, wenn die Lebensbedingungen auf diesem Planeten zerstöre­risch werden. Die Schüler haben das verstanden“, sagte kürzlich KLUG-Sprecher Martin Herrmann. Der Kampf gegen die Klimakrise sei „eine Pflicht der Gesund­heitsberufe“, hieß es von der Initiative weiter.

„Die zunehmenden Proteste junger Menschen sind ein Signal an die Politik, endlich die Ziele des Abkommens von Paris in Deutschland umzusetzen und zielgerichtete Maßnah­men zum Schutz unseres Klimas und damit auch zum Schutz unserer Gesundheit zu ergreifen“, hieß es kürzlich vom bvmd.

Der Klimawandel sei als ein multifaktorieller medizinischer Notfall zu betrachten, wel­cher bereits in Deutschland etwa durch vermehrte Hitzewellen zu Todesfällen geführt habe. Dabei seien Menschen mit erhöhter Vulnerabilität, wie Kinder, Senioren oder Vorerkrankte besonders gefährdet. Gleichzeitig sei das deutsche Gesundheits­wesen bisher nicht ausreichend auf derartige Auswirkungen vorbereitet.

Der Studierendenverband appellierte an die Politik „endlich einen zukunftsweisenden Plan“ zum Schutz unserer Umwelt aufzustellen. Die Studierenden hatten bereits im November 2018 ein Positionspapier „Klimawandel und Gesundheit” veröffentlicht.

Die World Medical Association (WMA) hatte bereits 2017 an die nationalen Ärztever­bände appelliert, Klimawandel und Gesundheit auf die Agenda zu setzen.

© may/aerzteblatt.de

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Avatar #563560
Usaeule
am Dienstag, 28. Mai 2019, 23:21

Ergänzung

Ein Fakt fehlt bei der Aufzählung über die Bedrohung der Nahrungsressourcen: die rasante Zunahme der Weltbevölkerung in Afrika und Asien !
Avatar #720428
nachdenklich
am Dienstag, 28. Mai 2019, 21:59

Curriculum Umweltmedizin

Finde ich sehr gut - wir sind auch "Ärzte for future" und machen natürlich mit.
Wir gehen sogar noch weiter und bieten ab sofort wieder ein komplettes Curriculum Umweltmedizin an, damit sich Ärzte endlich wieder auf diesem Gebiet fortbilden und mitreden können !Denn es geht nicht nur um den guten Willen, sondern es geht vor allem ums tun !
Informationen bei Dr.Udo Böhm, agg-uw@kabelmail.de
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