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Ärzteschaft

Pneumologen regen mehr Studien zum Einsatz mobiler Herz-Lungen-Ma­schinen an

Dienstag, 28. Mai 2019

/yodiyim, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallme­di­zin (DGIIN) fordert weitere Studien und eine Diskussion über die ethischen Fragen, die durch den Einsatz der extrakorporalen Herz-Lungen-Wiederbelebung (eCPR) entstehen.

Die eCPR kann bei Herz-Kreislauf-Stillstand zum Einsatz kommen. Dabei wird eine mobile Herz-Lungen-Maschine oft noch außerhalb der Klinik über die großen Leisten­gefäße an den Patientenkreislauf angeschlossen. Das Gerät übernimmt die Pump­funk­tion des Herzens und die Funktion der Lunge, das Blut mit Sauerstoff anzurei­chern – wie eine klinisch-stationäre Herz-Lungen-Maschine auch.

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„Zahlreiche Einzelfallberichte und erste Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass die Überlebensrate von Patienten mit Herzinfarkt oder Lungenembolie mithilfe der eCPR gesteigert werden kann“, erläutert DGIIN-Präsident Stefan John, Leiter des Funktionsbereichs Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg. Allerdings sei die Daten­la­ge zu dem neuen Verfahren noch sehr dünn, so der Experte. Dies sei problematisch, weil der Einsatz einer eCPR auch erhebliche Risiken berge.

„Wenn der Kreislauf wiederhergestellt wird, obwohl schon unumkehrbare Hirnschäden eingetreten sind, entstehen schwer zu lösende ethische Fragestellungen“, mahnt John. Ein denkbarer Fall wäre beispielsweise ein Patient mit schwerer Hirnschädigung und ohne Aussicht auf eine eigene Herzfunktion, der aber durch die Herz-Lungen-Maschine künstlich am Leben erhalten werde. Dies sei eine für Angehörige, aber auch für das Behandlungsteam äußerst belastende Situation, so John.

Das Notfallteam müsse die Entscheidung für oder gegen eine eCPR in jedem Fall sehr schnell treffen, oft ohne, dass alle relevanten Informationen zur Verfügung stün­den. „Der wichtigste Faktor ist sicherlich die Dauer, für die das Gehirn nicht oder nur unzureichend durchblutet war“, so der Notfallmediziner. Dafür müsse der genaue Zeitpunkt des Herzversagens ebenso bekannt sein wie der Beginn und die Qualität der Reanimation.

Für die Prognose sei es auch essenziell zu wissen, welche Ursache der Herz-Kreis­lauf-Stillstand habe und ob diese überhaupt beseitigt werden könne. Im Idealfall sollten auch das Alter des Patienten, mögliche Grunderkrankungen sowie der Wille des Patienten bekannt sein. „Es braucht dringend randomisierte Studien, die untersu­chen, bei welchen Patientengruppen und unter welchen Voraussetzungen eine eCPR aussichtsreich ist“, fordert der DGIIN-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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