NewsÄrzteschaftPneumologen regen mehr Studien zum Einsatz mobiler Herz-Lungen-Ma­schinen an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Pneumologen regen mehr Studien zum Einsatz mobiler Herz-Lungen-Ma­schinen an

Dienstag, 28. Mai 2019

/yodiyim, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallme­di­zin (DGIIN) fordert weitere Studien und eine Diskussion über die ethischen Fragen, die durch den Einsatz der extrakorporalen Herz-Lungen-Wiederbelebung (eCPR) entstehen.

Die eCPR kann bei Herz-Kreislauf-Stillstand zum Einsatz kommen. Dabei wird eine mobile Herz-Lungen-Maschine oft noch außerhalb der Klinik über die großen Leisten­gefäße an den Patientenkreislauf angeschlossen. Das Gerät übernimmt die Pump­funk­tion des Herzens und die Funktion der Lunge, das Blut mit Sauerstoff anzurei­chern – wie eine klinisch-stationäre Herz-Lungen-Maschine auch.

Anzeige

„Zahlreiche Einzelfallberichte und erste Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass die Überlebensrate von Patienten mit Herzinfarkt oder Lungenembolie mithilfe der eCPR gesteigert werden kann“, erläutert DGIIN-Präsident Stefan John, Leiter des Funktionsbereichs Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg. Allerdings sei die Daten­la­ge zu dem neuen Verfahren noch sehr dünn, so der Experte. Dies sei problematisch, weil der Einsatz einer eCPR auch erhebliche Risiken berge.

„Wenn der Kreislauf wiederhergestellt wird, obwohl schon unumkehrbare Hirnschäden eingetreten sind, entstehen schwer zu lösende ethische Fragestellungen“, mahnt John. Ein denkbarer Fall wäre beispielsweise ein Patient mit schwerer Hirnschädigung und ohne Aussicht auf eine eigene Herzfunktion, der aber durch die Herz-Lungen-Maschine künstlich am Leben erhalten werde. Dies sei eine für Angehörige, aber auch für das Behandlungsteam äußerst belastende Situation, so John.

Das Notfallteam müsse die Entscheidung für oder gegen eine eCPR in jedem Fall sehr schnell treffen, oft ohne, dass alle relevanten Informationen zur Verfügung stün­den. „Der wichtigste Faktor ist sicherlich die Dauer, für die das Gehirn nicht oder nur unzureichend durchblutet war“, so der Notfallmediziner. Dafür müsse der genaue Zeitpunkt des Herzversagens ebenso bekannt sein wie der Beginn und die Qualität der Reanimation.

Für die Prognose sei es auch essenziell zu wissen, welche Ursache der Herz-Kreis­lauf-Stillstand habe und ob diese überhaupt beseitigt werden könne. Im Idealfall sollten auch das Alter des Patienten, mögliche Grunderkrankungen sowie der Wille des Patienten bekannt sein. „Es braucht dringend randomisierte Studien, die untersu­chen, bei welchen Patientengruppen und unter welchen Voraussetzungen eine eCPR aussichtsreich ist“, fordert der DGIIN-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Juli 2019
Kopenhagen – Ein Entwurf der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mit Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en rät, wenige gesättigte Fettsäuren zu essen und sie durch ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Laut
Zweifel an Empfehlungen zur Reduktion gesättigter Fettsäuren
28. Juni 2019
Düsseldorf – Bei der Versorgung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Synkope sieht die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung (DGK) eine dramatische
Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Synkope unzureichend versorgt
24. Juni 2019
London – Bei Patienten mit stabiler Angina aber einem erhöhten Herzinfarktrisiko kann eine Perfusionsanalyse mit der Magnetresonanztomografie (MRT) eine behandlungsbedürftige Koronarstenose genauso
Stabile Angina: MRT kann Herzkatheter in der Diagnose ersetzen
21. Juni 2019
New York – Die Koronare Herzkrankheit, die lange allein auf einen ungesunden Lebensstil mit kardiometabolischen Risikofaktoren zurückgeführt wurde, hat auch eine genetische Komponente. Darauf sind
Koronare Herzkrankheit hat häufig genetische Ursachen
20. Juni 2019
Berlin – Kinder mit angeborenem Herzfehler bewältigen ihre Schullaufbahn meist gut. Knapp mehr als 83 Prozent von ihnen besuchen eine normale Grundschule. Dabei starten mehr als 73 Prozent mit sechs
Kinder mit angeborenen Herzfehlern kommen in der Schule meist gut zurecht
12. Juni 2019
Hamilton/Ontario – Wöchentliche Injektionen des GLP-1-Rezeptor-Agonisten Dulaglutid haben in einer randomisierten Studie die Zahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Patienten mit Typ-2-Diabetes gesenkt
Typ-2-Diabetes: Dulaglutid senkt Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhält Nierenfunktion
7. Juni 2019
Phoenix/Arizona – Eine strenge Blutzuckereinstellung allein kann Patienten mit Typ-2-Diabetes über das Ende der Behandlung hinaus nicht vor künftigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Dies kam in
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER