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Medizin

Übergewicht bei Teenagern erhöht Risiko auf Kardiomyopathie im mittleren Lebensalter

Mittwoch, 29. Mai 2019

/DimmoP, stockadobecom

Göteborg – Schwedische Männer, die bei der Musterung übergewichtig oder fettleibig waren, erkrankten später häufiger an einer Kardiomyopathie. Das kam in einer Kohortenstudie in Circulation (2019; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.039132) heraus.

Die Häufigkeit der Kardiomyopathien, einer heterogenen Gruppe von Erkrankungen des Herzmuskels, die in einem relativ frühen Lebensalter zur Herzinsuffizienz führen können, hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen gestiegen, die bereits im Jugendalter übergewichtig oder fettleibig sind.

Um einem möglichen Zusammenhang auf den Grund zu gehen, hat ein Team um Annika Rosengren von der Sahlgrenska Universitätsklinik in Göteborg die Daten von fast 1,7 Millionen schwedischer Männer ausgewertet, die in den Jahren 1969 bis 2005 gemustert wurden, als in Schweden eine allgemeine Wehrpflicht für Männer bestand. Bei der Musterung wurden Daten zu Körpergröße und Gewicht notiert, aus denen sich der Body-Mass-Index (BMI) berechnen lässt.

Die Forscher setzten den BMI mit späteren Erkrankungen an einer Kardiomyopathie in Beziehung, die sie einem nationalen Register für Krankenhausbehandlungen entnahmen. Während einer Nachbeobachtungszeit von im Mittel 27 Jahren wurde bei 4.477 ehemaligen Rekruten im Alter von durchschnittlich 45,5 Jahren eine Kardiomyopathie diagnostiziert. Darunter waren 2.631 dilatative Kardiomyopathien, 673 hypertrophische Kardiomyopathien und 480 Alkohol-bedingte Kardiomyopathien.

Für alle drei Varianten war eine Assoziation des Erkrankungsrisikos mit den BMI nachweisbar. Das Risiko stieg dabei bereits im Bereich des Normalgewichts an: bei der dilatativen und der alkoholbedingten Kardiomyopathie ab einem BMI von 22,5 und bei der hypertrophischen Kardiomyopathie bereits ab einem BMI von 20.

Da die Erkrankungen insgesamt sehr selten sind, war eine signifikante Assoziation nur für die dilatative Kardiomyopathie nachweisbar. Menschen an der Grenze zum Übergewicht (BMI 25) hatten ein mehr als 2-fach erhöhtes Risiko (Hazard Ratio 2,26; 95-%-Konfidenzintervall 1,94-2,63). An der Grenze zur Adipositas Grad 1 (BMI 30) war das Risiko 5-fach erhöht (Hazard Ratio 5,03; 4,10-6,17) und junge Männer mit einer Adipositas Grad 2 (BMI 35) erkrankten sogar 8-fach häufiger (Hazard Ratio 8,11; 5,76-11,4).

Rosengren vermutet, dass die Ergebnisse auch für andere Länder mit einem ähnlichen ethnischen Hintergrund gelten. Unklar ist, ob sie auch auf Frauen übertragen werden können. Auch in Deutschland sind viele Jugendliche zu dick. Nach den Ergebnissen der KiGGS-Studie (Welle 2) sind derzeit etwa 15,4 % aller Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren übergewichtig. Die Prävalenz der Adipositas liegt bei 5,9 %. Dabei zeigen sich keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. © rme/aerzteblatt.de

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