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Universität Heidelberg kündigt null Toleranz für wissenschaftliches Fehlverhalten an

Mittwoch, 29. Mai 2019

/gojalia, stock.adobe.com

Heidelberg – Der Rektor der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Bernhard Eitel, hat nach dem Bluttest-Skandal Konsequenzen im Fall von Verstößen gegen wissenschaft­liche Standards angekündigt.

„Wissenschaftliches Fehlverhalten wird an der Universität Heidelberg nicht toleriert“, sagte er. Verstöße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Pra­­xis würden konsequent geahndet. Man werde die erforderlichen Maßnahmen ergrei­fen.

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Die Universität untersuche die Vorgänge um die aus Sicht vieler Kritiker verfrühte Prä­sentation des Bluttests zur Brustkrebsdiagnostik, sagte Eitel. Dazu wurde die ständige Senatskommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit Fehlverhalten in der Wissenschaft einberufen.

Der Leiter der Universitäts-Frauenklinik, Christof Sohn, hatte den Test im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt und als bis Ende des Jahres marktfähig angepriesen. In einer Pressemitteilung war von „einem Meilenstein in der Brustkrebsdiagnostik“ die Rede. Die Firma Heiscreen, eine Uniklinik-Ausgründung, sollte den Bluttest vermarkten.

Ein von der Uniklinik eingesetzter Tumorbiologe hat die Umstände der Presseerklä­rung geprüft und laut Süddeutscher Zeitung festgestellt, dass das Verfahren einer Brustkrebs­frühdiagnose über Blutproben bisher nicht existiert. Es gebe nicht einmal einen Prototy­pen.

Die Uniklinik-Ausgründung Heiscreen wehrt sich heute gegen den Eindruck, es existiere gar kein Test im Versuchsstadium. „Wir werden bewusst falsch verstanden“, sagte Geschäftsführer Dirk Hessel in Heidelberg. Der Test werde im Entwicklungs­labor jeden Tag erprobt. Die aus Sicht von Kritikern verfrühte Präsentation des experi­mentellen Tests zur Früh­erkennung von Brustkrebs durch Entwickler Christof Sohn sei vom kommerziellen Standpunkt nicht falsch, sagte der Betriebswirt.

Die ebenfalls angemahnte Veröffentlichung zu der Innovation in Fachjournalen stehe bevor, versicherte Hessel. In sechs bis acht Wochen werde die Studie eingereicht. Im dritten Quartal werde es klinische Studien an mehreren Krankenhäusern geben. Dafür sollen mehr als 2.000 Frauen zur Teilnahme eingeladen werden.

Heiscreen ist eine Gesellschaft mit mehreren Anteilseignern: Unifrauenklinikchef Sohn 4,85 Prozent, Test-Projektleiterin Sarah Schott 7,3 Prozent, die Technology Transfer Heidelberg GmbH 48,63 Prozent und die MammaScreen Beteiligungs GmbH von Jürgen Harder 39,22 Prozent. Sie hat die Lizenz zur Vermarktung des Tests. Dessen Entwicklung liegt bei der Uniklinik. © dpa/aerzteblatt.de

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