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Ärzteschaft

Aktionsbündnis wünscht sich vom Ärztetag Signal für bessere Sicherheitskultur

Mittwoch, 29. Mai 2019

/joyfotoliakid, stockadobecom

Münster – Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat sich vom Deutschen Ärztetag in Münster ein Signal für eine verbesserte Sicherheits- und Kommunika­tions­kultur gewünscht. Die Kommunikation sei „das Kernstück sicherer Versorgung“, hieß es vom APS. Das gelte über Hierarchiegrenzen hinweg, zwischen den Professio­nen und mit den Patienten.

Etwa 80 Prozent aller unerwünschten Ereignisse gehen dem APS zufolge auf unsichere Kommunikation zurück, wie verschiedene Untersuchungen gezeigt hätten. Zentrales Merkmal einer ausgeprägten Sicherheitskultur in einer Organisation sei auch die Frage nach den flachen Hierarchien und der offenen Kommunikation, hieß es von der APS.

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Nur wo diese gegeben seien, können alle an der Versorgung Beteiligten – Ärzte, Pfle­gende, therapeutisches Personal und nicht zuletzt Patienten – dazu beitragen, dass die systematischen Ursachen von Gefährdungen der Patientensicherheit aufge­deckt und abgestellt werden. „Das wiederum setzt voraus, dass sich alle professionellen Akteure ihrer individuellen Verantwortung bewusst sind und auf Augenhöhe mit allen anderen Berufsgruppen kommunizieren“, schreibt das APS.

„Es gibt ein Menschenrecht auf gute sichere Gesundheitsversorgung“, erklärte APS-Generalsekretär Hardy Müller. Ohne eine vertrauensvolle, professionelle Kommuni­kation zwischen den Berufsgruppen und mit den Patienten sei das „nicht umsetzbar“. Alte Besitzstände abzustecken helfe nicht weiter, sondern blockierte den Weg zu sicherer Patientenversorgung. „Ärzte, Pflegekräfte und Angehörige aller Gesundheits­berufe müssen hierfür Hand in Hand arbeiten“, mahnte er.

Das zweite Opfer eines unabsichtlichen Patientenschadens seien Arzt oder Pflege­kraft, die das letzte Glied in der Fehlerkette gewesen seien, erläuterte Ruth Hecker, stellvertretende Vorsitzende im APS und selbst Anästhesistin. Man könne den Arzt­beruf nur dann für zukünftige Generationen attraktiv halten, wenn man angehenden Medizinern das Rüstzeug gebe und Rahmenbedingungen schaffe, um eine sichere Versorgung zu ermöglichen. „Und dafür müssen wir dringend Hierarchien abbauen“, sagte sie.

Das Aktiondsbündnis setzt sich dafür ein, Patientensicherheit mit all ihren Facetten verpflichtend in den Lehrplan für das Medizinstudium aufzunehmen. Darüber hinaus fordert das APS insbesondere Simulations- und Teamtrainings zur Stärkung einer sicherheitsorientierten und offenen Kommunikationskultur. © may/EB/aerzteblatt.de

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