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Viel Stress kann zu Facebooksucht führen

Mittwoch, 29. Mai 2019

Mädchen sitzt vor einem Laptop, um facebook zu nutzen. /dpa
Die Nutzungsintensität sozialer Medien kann sowohl positive als auch negative Konsequenzen haben. /dpa

Bochum – Freunde in sozialen Netzwerken wie Facebook können in Stressphasen eine große Hilfe sein. Fehlt es aber an Unterstützung offline, besteht die Gefahr, dass gestresste Nutzer eine pathologische Bindung an das soziale Netzwerk entwickeln – eine Art Facebooksucht. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Julia Brailovskaia. Die Gruppe hat ihre Ergebnisse in Psychiatric Research veröffentlicht (2019; doi: 10.1016/j.psychres.2019.05.014).

Für ihre Studie werteten die Forscher die Ergebnisse eines Online-Fragebogens aus, den 309 Facebooknutzer zwischen 18 und 56 Jahren beantwortet hatten. Die Befra­gung richtete sich an Studierende, da sie oftmals unter Leistungsdruck stehen, ihr El­tern­haus verlassen und daher damit beschäftigt sind, neue Beziehungen zu knüpfen.

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Die Fragen der Forscher ließen zum Beispiel Rückschlüsse auf das Stresslevel zu, aber auch darauf, wie viel soziale Unterstützung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer offline und online erfahren. Außerdem wurden sie danach gefragt, wie viel Zeit sie täglich auf Facebook verbringen und wie sie sich fühlen, wenn sie nicht online sein können.

Offline-Freunde und Familie reduzieren Gefahr für Facebooksucht

„Unsere Ergebnisse haben gezeigt, dass es einen positiven Zusammenhang gibt zwischen der Stärke des täglichen Stresses, der Intensität der Facebooknutzung und der Tendenz, eine pathologische Bindung an die soziale Netzwerkseite zu entwickeln“, fasst Brailovskaia zusammen.

Dabei mildert Support durch Freunde und Familie im Leben offline diesen Effekt ab. Menschen, die offline nur wenig Unterstützung erhalten, haben das höchste Risiko, eine Art Facebooksucht zu entwickeln.

Eine Suchtsymptomatik zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Betroffene immer mehr Zeit auf Facebook verbringen, gedanklich ständig mit Facebook beschäf­tigt sind und sich unwohl fühlen, wenn sie nicht im Netzwerk online sind.

Das pathologische Verhalten wirkt sich wiederum schädlich auf das Offlineleben aus, sodass ein Teufelskreis entstehen kann. Das müsse man bei der Behandlung von Personen, die eine krankhafte Bindung an Facebook hätten, berücksichtigen, erklärte die Psychologin.

© gie/idw/aerzteblatt.de

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