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Medizin

Folgekosten für Krankenhäuser durch Burnout errechnet

Mittwoch, 29. Mai 2019

/upixa, stockadobecom

Singapur – Jeder „ausgebrannte“ Arzt verursacht den Kliniken allein durch verkürzte Arbeitszeiten und Arbeitsplatzwechsel Kosten von durchschnittlich 7.600 US-Dollar pro Arzt und Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine gesundheitsökonomische Studie in den Annals of Internal Medicine (2019; doi: 10.7326/M18-1422).

Die hohen psychischen Belastungen haben dazu geführt, dass in den USA mittler­weile jeder zweite Arzt über wenigstens eines der 3 Burnoutsymptome (emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung oder Abnahme der Leistungsfähigkeit) klagt, doppelt so viele wie in anderen Berufen.

Der Burnout der Ärzte gefährdet nicht nur die Qualität der medizinischen Versorgung. Auch die Kliniken als Arbeitgeber der Ärzte erleiden wirtschaftliche Nachteile, wenn die Berechnungen zutreffen, die der Ökonom Joel Goh von der Nationalen Universität von Singapur zusammen mit Ärzten der Mayo Clinic und der Stanford University und einem Mitarbeiter der American Medical Association vorstellt.

Die Studie beschränkt sich auf die Folgen, die sich aus dem „Ausstieg“ der Ärzte aus dem Arbeitsprozess ergeben. Den Forschern ist klar, dass dies nur ein Aspekt des Burnoutsyndroms ist. Er sei aber ökonomisch leichter fassbar als der Qualitätsverlust der Arbeit, die Unzufriedenheit der Patienten oder auch das Haftungsrisiko bei Behandlungsfehlern.

Grundlage der Berechnungen waren Studienergebnisse zur Prävalenz des Burnout­syndroms, zur Häufigkeit der Personalwechsel sowie Umfragen unter Ärzten über deren Absicht, weniger arbeiten zu wollen.

Goh kommt zu dem Ergebnis, dass der Burnout der Ärzte in den USA jedes Jahr Kosten in Höhe von 2,6 bis 6,3 Milliarden US-Dollar verursacht. Auf der Ebene einer Klinik sind dies nach den Berechnungen der Ökonomen etwa 7.600 US-Dollar pro beschäftigtem Arzt.

Edward Ellison, der Geschäftsführer von Kaiser Permanente, einer der größten HMOs („Health Maintenance Organizations“) der USA, stimmt Goh zu. Ein häufiger ärztlicher Personalwechsel sei mit wirtschaftlichen Nachteilen für die Kliniken verbunden, auch wenn sich der jährliche Personalwechsel im einstelligen Prozentbereich bewege. Kaiser Permanente bemühe sich um eine Verbesserung der „Kultur und Gesundheit“ des Personals. Zu den Maßnahmen zählt Ellison die geplante Gründung einer eigenen Medizinischen Hochschule, die 2020 eröffnet werden soll. Ein zentrales Anliegen der Hochschule sei die Schaffung einer Lern- und Praxisumgebung und eines Lehrplans, der das Wohlbefinden und die Belastbarkeit der künftigen Ärzte fördern soll. © rme/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #728495
vidinsky
am Mittwoch, 29. Mai 2019, 21:19

Ernsthaft im Deutschland

Unbedingt ein wichtiges Thema auch im Deutschland. Dazu werden die Ärzte noch zusätzlich als Ware gehandelt, ohne Respekt von Patienten, Kollegen und Vorgesetzten. Jungen Ärzten wurden vorgeworfen, dass Sie keine Lust und Motivation haben, wie ,,wir die alten Hasen,,. Eine riesige Hierarchie, veraltete Methoden von Personalmanagement. Die Arbeitszeit wird nicht elektronisch erfasst, sondern muss schriftlich von Vorgesetzten bestätigt werden. Das sind nur einige Aspekte, die zu keiner Nachhaltigkeit führen.
Es sind wohl viele gute Lösungen möglich, man muss die Ärzte und Pflege in Entscheidungen mehr einschließen.
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