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HIV-Arzneimittel­kosten sinken trotz steigender Patientenzahlen

Donnerstag, 30. Mai 2019

/bochka1986, stockadobecom

Waldems-Esch – Die Zahl deutscher HIV-Infizierter steigt seit Jahren an und liegt der­zeit bei mehr als 85.000 Betroffenen. Hintergrund ist die hohe Lebenserwar­tung der Patienten unter Therapie. Trotzdem sind die Arzneimittel­absätze im HIV-Markt und die Ausgaben rückläufig, wie neue Zahlen zeigen.

Dem Statis­tikdienstleister Insight Health zufolge sanken die Arzneimittelabsätze seit 2013 kontinuierlich von 54 auf 46 Millionen Tabletten im Jahr 2018. Der Umsatz des HIV-Marktes ist demzufolge ebenfalls rückläufig. Er sank 2018 um 1,8 Prozent. Im deutschen Apothekenmarkt insgesamt waren hingegen leicht steigende Umsätze zu verzeichnen.

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Grund für die sinkende Zahl der abgegebenen Tabletten im HIV-Arzneimittelmarkt sind laut Insight Health Kombinationsprodukte, die immer häufiger die Monothera­pien er­setzen. Aktuell greift die antiretrovirale Therapie in Deutschland auf rund 110 Arznei­mittel zurück. Diese basieren auf 28 Substanzen, die einzeln oder in verschiedenen Kombinationen mit bis zu vier Wirkstoffen erhältlich sind.

Einzelne Arzneimittelgruppen verzeichneten dabei durchaus ein Wachstum. So nahm der Markt der sogenannten anderen antiviralen HIV-Mittel zu und erreichte 2018 einen Anteil von 27 Prozent am gesamten HIV-Markt. Diese Gruppe besteht mehrheitlich aus Kombipräparaten mit zwei, drei und vier Wirkstoffen, die fast alle innerhalb der letzten fünf Jahre in den Markt eingetreten sind.

Auch der Markt der Integrase-Hemmer ist auf dem Vormarsch und stieg 2018 auf 15 Prozent. Zu dieser Arzneimittelklasse gehören nur die beiden Substanzen Raltegravir und Dolutegravir.

Zwischen 2013 und 2018 wuchs laut Insight Health außerdem die Zahl der abgege­be­nen Kombinationen aus Integrase-Inhibitoren und Nukleosidischen Reverse-Transkripta­se-Inhibitoren (InI + NRTI) auf 7,5 Millionen Tabletten. Hierbei entfällt fast die Hälfte auf die Vierfachkombination mit Tenofoviralafenamid.

Die 2018 neu zugelassene Substanz Bictegravir konnte von Juni bis zum Jahresende 2018 einen Absatz von mehr als 850.000 Tabletten verbuchen. © hil/aerzteblatt.de

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