NewsAuslandBelgische Experten kritisieren Werbeaktionen für Suizidmittel
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Belgische Experten kritisieren Werbeaktionen für Suizidmittel

Donnerstag, 30. Mai 2019

/DragonImages, stockadobecom

Brüssel – Das flämische Expertenzentrum für Suizidprävention kritisiert Informations­ver­anstaltungen zu Selbsttötungsmitteln in Belgien. „Wir befürchten, dass Menschen da­durch in einen Selbstmordprozess gelockt werden“, zitiert die belgische Zeitung De Morgen die Direktorin des Zentrums, Gwendolyn Portzky.

Die niederländische Organisation Coöperatie Laatste Wil (Kooperation Letzter Wille) plant demnach im Juni solche Veranstaltungen im flämischen Gent und in Hasselt. Die Organisation hatte 2017 Einkaufsgruppen gegründet, um ein entsprechendes Sterbe­prä­parat zu erwerben.

Anzeige

Auf Anordnung der niederländischen Staatsanwaltschaft musste die Organisation den Kauf einstellen, da der assistierte Suizid nach niederländischem Recht strafbar ist. Der Informationsaustausch über das Mittel läuft jedoch bei Veranstaltungen wie den in Bel­gien geplanten weiter.

Portzky zeigte sich skeptisch, ob ausreichend Hilfe für Besucher solcher Veranstaltun­gen angeboten werde. Menschen, die mit dem Gedanken einer Selbsttötung spielten, müssten jede erdenkliche Unterstützung erhalten, um aus diesem Prozess herauszu­kommen.

In den Niederlanden hat die Kooperation Letzter Wille den Angaben zufolge 23.000 Mitglieder. 1.500 Mitglieder besitzen laut De Morgen das Mittel bereits. In Belgien hat die Organisation 700 Mitglieder, wie es hieß.

Aktive Sterbehilfe ist in den Niederlanden und Belgien unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Allerdings muss sie von einem Arzt durchgeführt werden. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juni 2019
Düsseldorf – Die Ärztekammer Nordrhein (ÄKNO) hat ein Komitee zur medizinethischen Beratung eingerichtet. Das Gremium soll Ärzte auf deren Wunsch bei ihren Entscheidungen in ethischen Grenzfällen
Ärztekammer Nordrhein richtet Komitee für medizinethische Beratung ein
28. Mai 2019
Leipzig – Ohne eine krankheitsbedingte Notlage besteht nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kein Anspruch auf Zugang zu Medikamenten zur Selbsttötung. Die Erlaubnis zum Erwerb eines
Keine Suizidmittel ohne Notlage
28. Mai 2019
Reims – Die Eltern des Komapatienten Vincent Lambert gehen gegen das Krankenhaus und den leitenden Arzt ihres Sohnes wegen unterlassener Hilfeleistung vor. „Es ist ein Weckruf“, sagte einer ihrer
Eltern von Komapatient gehen gegen leitenden Arzt vor
21. Mai 2019
Reims – Der Streit um die Frage nach Leben oder Tod im Fall des Wachkomapatienten Vincent Lambert geht überraschend weiter und spaltet Frankreich. Nachdem ein französisches Gericht gestern Abend die
Gericht ordnet Wiederaufnahme der Behandlung von Wachkomapatient an
20. Mai 2019
Reims – Frankreichs bekanntester Wachkomapatient wird wohl nach einem jahrelangen Rechtsstreit sehr bald sterben. Die Ärzte im Universitätsklinikum Reims haben heute die lebenserhaltenden Maßnahmen
Französische Ärzte stoppen Behandlung von Wachkomapatient
13. Mai 2019
Lille – Im juristischen Tauziehen um den französischen Wachkomapatienten Vincent Lambert haben die Ärzte die Abschaltung der lebenserhaltenden Maßnahmen für Ende Mai angekündigt. Der behandelnde Arzt
Frankreich: Ärzte wollen Apparate von Wachkomapatient abschalten
10. Mai 2019
Berlin – In Deutschland hat noch kein unheilbar Kranker die Erlaubnis erhalten, Natrium-Pentobarbital zu erwerben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER