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Politik

Streit im Fall Lunapharm zieht sich hin

Mittwoch, 29. Mai 2019

/dpa

Potsdam – Nach dem Skandal um möglicherweise gestohlene Krebsmedikamente zieht sich der juristische Streit zwischen dem Brandenburger Ge­sund­heits­mi­nis­terium und dem Pharmahändler Lunapharm weiter hin.

Nach dem Verbot der Herstellung von Arzneimitteln und des Handels mit Medikamen­ten habe der Brandenburger Pharmahändler beim Verwaltungsgericht Potsdam bean­tragt, den Vollzug dieser Verbote auszusetzen, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Susanna Karawanskij (Linke) heute im Gesundheitsausschuss des Landtags. Es gebe bislang noch keine Entscheidung des Gerichts und die Verbote seien weiter in Kraft.

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Das Unternehmen hatte dem Landesgesundheitsamt in einem offenen Brief vorge­wor­­fen, bislang noch nicht auf die Widersprüche von Lunapharm gegen die Verbote rea­giert zu haben. Karawanskij begründete dies im Ausschuss mit dem Gerichtsverfah­ren. „Nach der Entscheidung des Gerichts wird das Landesgesundheitsamt die Wider­spruchs­bescheide erlassen“, sagte die Ministerin. Der Vollzug sei erfolgt.

Die Lunapharm-Geschäftsführerin Susanne Krautz-Zeitel weist die Vorwürfe gegen das Unternehmen nach wie vor komplett zurück. Sie warf der Ministerin Untätigkeit vor. „Eine weitere Klärung erscheint uns daher politisch nicht gewollt“, hieß es in dem Schreiben.

Opfer seien und blieben „in erster Linie die tief verunsicherten Patienten und die damit allein gelassenen Ärzte und Apotheker“, erklärte Krautz-Zeitel heute nach der Aus­schusssitzung und deutete eine Schadenersatzklage an. Zudem kündigte die Ge­schäfts­führerin an, sie wolle im Juli auf einer Pressekonferenz zu dem gesamten Vorgang Stellung nehmen.

Über einen Handel mit möglicherweise gestohlenen Krebsmedikamenten hatte im Juli ver­gan­genen Jahres das ARD-Magazin „Kontraste“ berichtet. Weil das zuständige Landesgesundheitsamt in Brandenburg trotz frühzeitiger Hinwei­se von griechischen Behörden zunächst nicht reagiert hatte, musste die damalige Landesgesundheits­ministerin Diana Golze (Linke) Ende August des vergangenen Jahres zurücktreten. © dpa/aerzteblatt.de

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