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Medizin

Studie: Vitamine B6 und B12 über Bedarf erhöhen Risiko auf Hüftfrakturen nach der Menopause

Donnerstag, 30. Mai 2019

/dpa

Oslo – Eine Zufuhr der Vitamine B6 und B12 weit über den Bedarf hinaus hat bei den postmenopausalen Teilnehmerinnen der Nurses' Health Study das Risiko auf eine Hüftfraktur erhöht, wie eine Auswertung der prospektiven Beobachtungsstudie in JAMA Network Open (2019; 2: e193591) zeigt.

Obwohl die meisten Menschen genügend Vitamin B6 und B12 (außer Vegetariern) zu sich nehmen, sind Vitamin-B-Präparate beliebt. Der medizinische Nutzen einer hochdosierten Einnahme ist jedoch nicht belegt. Die beiden Vitamine fördern zwar den Abbau von Homocystein, das als kardiovaskulärer Risikofaktor eingestuft wird. Es konnte jedoch in keiner randomisierten Studie gezeigt werden, dass die Einnahme der beiden B-Vitamine vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt.

In 2 Interventionsstudien aus Norwegen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (NORVIT und WENBIT) ist es überraschenderweise nach der Einnahme von Vitamin B6 zu einem Anstieg von Hüftfrakturen bei postmenopausalen Frauen gekommen. Dies veranlasste Haakon Meyer vom Norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit (Folkehelseinstituttet), die Daten der US-amerikanischen Nurses' Health Study zu dieser Frage zu untersuchen.

Die Studie begleitet seit 1974 mehr als 121.000 Krankenschwestern, die regelmäßig Fragebögen zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten ausfüllen. Im Jahr 1984 wurde erstmals nach der Einnahme von Vitamin-B-Supplementen gefragt. Meyer beschränkte die Analyse auf 75.864 Teilnehmerinnen, die damals die Wechseljahre erreicht hatten. Von ihnen haben während einer Beobachtungszeit von median 20,9 Jahren 2.304 im Alter von median 75,8 Jahren eine Hüftfraktur erlitten.

Diese Frauen hatten über Nahrung oder Supplemente pro Tag median 3,6 mg Vitamin B6 und 12,1 µg Vitamin B12 zu sich genommen. Sie lagen damit deutlich über den empfohlenen Tagesmengen von 1,3 bis 1,7 mg für Vitamin B 6 und 2,4 µg für Vitamin B12.

Für beide Vitamine bestand eine Assoziation zwischen der vermehrten Aufnahme und Hüftfrakturen: Die Zufuhr von täglich 35 mg Vitamin B6 statt der empfohlenen Menge von weniger als 2 mg ging mit einem um 29 % erhöhten Risiko einher (relatives Risiko 1,29; 95-%-Konfidenzintervall 1,04 bis 1,59). Für die Zufuhr von 30 µg statt weniger als 5 µg Vitamin B12 ermittelte Meyer ein relatives Risiko von 1,25, das mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,98 bis 1,58 jedoch nicht statistisch signifikant war. Frauen, die beide Vitamine in der hohen Dosis aufnahmen, erkrankten zu 47 % signifikant häufiger (relatives Risiko 1,47; 1,15 bis 1,89) als Frauen mit der empfohlenen Zufuhr beider Vitamine.

Obwohl es eine Dosis-Wirkungs-Beziehung gab, die auf eine Kausalität hinweist, kann eine prospektive Beobachtungsstudie letztlich nicht beweisen, dass die Einnahme der Vitamine tatsächlich für das erhöhte Frakturrisiko verantwortlich war. Unklar ist auch, auf welche Weise die Vitamine Hüftfrakturen begünstigen. Da es jedoch keinen wissenschaftlich belegten Nutzen für die Einnahme der Vitamine gibt, sollten gesunde Personen nach Ansicht von Meyer auf die Einnahme vorsorglich verzichten. © rme/aerzteblatt.de

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