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Ärzteschaft

Quartalsbezahlung medizinisch inhaltlich nicht gerechtfertigt

Freitag, 31. Mai 2019

Klaus Reinhardt /Screenshot DÄ

Münster – Die Rahmenbedingungen ärztlichen Handelns in niedergelassenen Praxen und auch in Krankenhäusern müssen aus Sicht des neuen Präsidenten der Bundes­ärztekammer, Klaus Reinhardt, dringend verbessert werden. Dafür will er sich auch kurzfristig einsetzen.

Dass sich Ärzte ihren Patienten verstärkt zuwen­den und zuhören sowie erklären könnten, was ihnen fehle, müsse wieder „mehr Raum“ finden, sagte Reinhardt heute im ZDF-Morgenmagazin. „Das ist das, was wir Empa­thie nennen“, erklärte der 59-Jährige Allgemeinmediziner, der seit gestern an der Spitze der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) steht.

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Er betonte, es sei notwendig veraltete Strukturen zu ändern und falsch gesetzte An­reize im System zu beseitigen. Das betreffe beispielsweise die Fallpauschalen im Krankenhaus oder die Art und Weise der Honorierung in der vertragsärztlichen am­bu­lanten Versor­gung. Als Beispiel nannte Reinhardt den Bezug zur Quartalsbezahlung bei der Hono­rie­rung der Vertragsärzte. Dieser sei „medizinisch inhaltlich nicht gerecht­fertigt“.

Reinhardt betonte darüber hinaus, das Besondere an der hausärztlichen Tätigkeit sei, dass man Menschen nicht nur im Zusammenhang mit einer Erkrankung sehe, sondern häufig über Jahre und Jahrzehnte betreue.

Dieses besondere Vertrauensverhältnis, das sich zwischen dem Patienten und dem Arzt entwickele, sei spezifisch für die hausärztliche Tätigkeit. „Diesen Aspekt des Ver­trauens und der besonderen Beziehung auch noch mal in die berufspolitische einzu­binden, ist das Besondere, wenn auch mal ein Hausarzt an der Spitze der Bundes­ärztekammer steht“, sagte er. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) be­zeichnete Reinhardt nicht als Gegenspieler, sondern als „Partner“.

<b>Interview mit Klaus Reinhardt,</b> neu gewählter Präsident der Bundes­ärzte­kammer Start

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Interview mit Klaus Reinhardt, neu gewählter Präsident der Bundes­ärzte­kammer

Klaus Reinhardt, der auch Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe ist, war gestern mit vier Stimmen Vorsprung auf seine Gegenkandidatin Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, im dritten Wahlgang von den Delegier­ten des 122. Deutschen Ärztetages an die Spitze der Bundes­ärzte­kammer gewählt worden.

Er ist der erste Hausarzt auf diesem Posten. Bislang war die Position immer durch Krankenhausärzte besetzt worden. Reinhardt folgt auf Frank Ulrich Montgomery, der nach acht Jahren nicht wieder zur Wahl angetreten war.

Der neue BÄK-Chef forderte die Ärzteschaft gestern zur Geschlossenheit auf. „Im Gesundheits­we­­sen ist der Kulturwandel im vollen Gang. Wenn wir diesen Wandel gestalten wollen, muss sich die Ärzteschaft auf die verbindenden Elemente besinnen und eine intelli­gente Vorwärts­strategie entwickeln“, erklärte er. © may/aerzteblatt.de

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Avatar #769157
Isor70
am Samstag, 1. Juni 2019, 16:43

Eeendlich!!

Da ich meinen Hausarzt oft pro Quartal besuche, wegen vielerlei Probleme, war es mir immer ein Dorn im Auge, daß er nur eine einmalige Pauschale,- und was für eine geringe-, für mich bezahlt bekam. Das ist für die gute Arbeit, welche er macht, völlig unangemessen. Zeit, daß sich das eeeeendlich ändert. Für die Krankenhäuser gilt das gleiche.

Avatar #672734
isnydoc
am Freitag, 31. Mai 2019, 15:44

"Quartalsbezahlung bei der Hono­rie­rung der Vertragsärzte"

Möchte der neue Präsident die wirtschaftliche Grundlage der kassenärztlichen Vereinigungen antasten?
Will er die ruhmreiche Geschichte des Hartmannbunds als Vorläufer der Körperschaften der Selbstverwaltung zurückdrehen?
Time is on my bzw. his Side? (Remember Rolling Stones)
LNS

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